Di, 11. Dezember 2018

ORF in der Kritik

11.03.2018 20:14

„Uralter Schrott“ und „nur eine Richtung“

Laut einer aktuellen OGM-Umfrage lehnt eine Mehrheit der Österreicher die Rundfunkgebühren ab und würde eine Volkabstimmung darüber begrüßen. Diese Umfrage hat sich krone.at zum Anlass genommen, die näheren Gründe für die große Ablehnung eines über Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu erfahren. Auch krone.at-Leser stehen dem ORF in seiner derzeitigen Form äußerst kritisch gegenüber und könnten sich nur unter Umständen die weitere Bezahlung von GIS-Gebühren vorstellen - nämlich dann, wenn einiges reformiert würde. Aber derzeit sei der ORF weder objektiv in der Berichterstattung („Nachrichten nur in eine Richtung“) noch vielfältig in seiner Programmgestaltung („uralter US-Schrott“).

Seit Donnerstag läuft ein von der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ) initiiertes Volksbegehren zur Abschaffung der ORF-Gebühren. Es ist bereits der zweite Versuch der Kleinpartei. Im Vorjahr sammelte sie 25.503 Unterstützungsunterschriften. Der damalige Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) lehnte die Einleitung eines Volksbegehrens aber ab. Derzeit können Interessenten folgende Forderung unterstützen: „Der Nationalrat möge eine Änderung des ORF-Gesetzes und des Rundfunk-Gebühren-Gesetzes beschließen, in dem die zwingenden ORF-Gebühren und Abgaben ersatzlos gestrichen werden und die parteipolitische Einflussnahme auf die Organe des ORF beseitigt wird.“

Mindestens 8401 Unterschriften sind notwendig, um einen Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens stellen zu können. Anschließend muss der Innenminister dem Antrag zustimmen. Erst dann beginnt das eigentliche Volksbegehren, das ab 100.000 Unterschriften im Nationalrat behandelt werden muss. Viele krone.at-User haben laut eigenen Angaben bereits unterschrieben oder werden es in den kommenden Tagen tun.

Und sie führen ihre Motive zum Teil mit deftigen Aussagen an. So schreibt dschonnikesch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man für den billigen URALTEN US-Schrott, den sie einem schon nachhauen und Übernahmen vom Programm der ARD ÜBERHAUPT viel Geld braucht. Das muss ALLEINE durch die Werbeeinnahmen doppelt gedeckt sein. Ich verlange eine Überprüfung durch den Rechnungshof. Da versickert Geld in ganz andere Kanäle.“

Wo man einsparen könnte, weiß Sargnagel: „Über ARD und ZDF kann man sagen, was man will, aber ich finde, für zehn Minuten Nachrichten reicht ein Moderator, wie bei diesen öffentlichen Sendern. Deise Doppel-Moderation bei ZIB ist total unnötig und dient nur der Arbeitsplatzbeschaffung in der übergroßen ORF-Familie.“ Vier Sender sind seiner Meinung nach „zu viel für Österreich“. Er appelliert an die anderen Leser: „Also Leute, wir haben es jetzt in der Hand, diese überdimensionierte Anstalt auf das richtige Maß zurückzuschrumpfen“.

binnichtblind findet den ORF-Sport noch „ganz OK“. Allerdings stört ihn, dass häufig unwichtige Fußballspiele übertragen würden, die „oftmals auf Kosten von Großereignissen“ gehen. Außerdem sollten seiner Meinung nach die Kommentatoren „unsere Sportler wie früher anfeuern, net nur runtermachen“. Ähnlich argumentieren viele andere krone.at-User.

Einige wenige Leser können sich unter Umständen für eine Beibehaltung der GIS-Gebühren erwärmen. Achilles3399 führt als wichtigste Bedingungen an: "Keine persönlichen Meinungen der ORF-Moderatoren! Änderung des Programms! ORF 1 am Sonntag von früh bis spät Sport! ORF 2 Rosamunde Pilcher oder sonstiger Schwachsinn! Unter der Woche ein 08/15-Programm-Ablauf! Also wenn der ORF dies alles ändert und noch mehr, dann kann man über GEBÜHREN reden!“

Einen interessanten Vorschlag, wie man das Gebührensystem reformieren könnte, hat colombo: „Mit der Digitalisierung kann man Zählerboxen einführen und bezahlt die Zeit, die man den Sender beansprucht. Bei mir wären es 20 Prozent der GIS-Gebühren.“

Es gibt aber auch warnende Stimmen, die an die „Vernunft“ der anderen appellieren. „Meine Frau und ich verabscheuen ständige Werbeunterbrechungen und schauen daher nur öffentlich-rechtliches Fernsehen. Wenn die Gebühren abgeschafft werden, ist zu befürchten, dass auch bei den Öffentlichen die Werbeflut überhand nimmt. Daher sind wir gegen eine Abschaffung der Gebühren“, betont herb3472.

alex1614 weist auch auf den Umstand hin, dass die GIS-Gebühren nicht zu 100 Prozent dem ORF überlassen werden. Auch Privatsender würden daraus gefördert: „Die großen unter denen wie ATV, Puls4 und ServusTV erhalten aus diesem Fond mehr als eine Million jährlich!!!“

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