Mo, 25. März 2019
13.10.2009 18:16

"Ihr Baby ist zu fett"

US-Versicherung lehnte vier Monate altes Kind ab

"Ihr Baby ist zu fett" - mit diesem Satz weigerte sich eine US-Versicherung, einen Vertrag für ein vier Monate altes Baby abzuschließen. Doch Kelli und Bernie Lange ließen sich diesen Missstand nicht bieten und gingen an die Öffentlichkeit. Mit Erfolg: Montag knickten die hartherzigen Versicherer ein, änderten ihre Regeln und nahmen das Baby unter Vertrag.

7,7 Kilo brachte der kleine Alex Lange nach vier Monaten auf die Waage. Laut Versicherung zu viel, weil er damit schwerer als 99 Prozent der gleichaltrigen US-Amerikaner ist und daher für "Rocky Mountain Health Plans" in die Kategorie "Risikopatient" fällt. Eine Versicherung für das süße Baby lehnte ein Vertreter der Firma daher schlichtweg ab.

"Alex ist ein gesundes Baby"
Doch die verdutzten Eltern ließen sich nicht unterkriegen. "In unseren Augen ist Alex ein gesundes Baby", meint etwa Mutter Kelli, die sich daher auch an diverse US-Medien wandte, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Nach einem Sturm der Empörung in der amerikanischen Öffentlichkeit knickte schließlich auch die Versicherungsanstalt ein.

"Schönheitsfehler" oder Problem des Systems?
Geschäftsführer Steve ErkenBrack sprach von einem "Schönheitsfehler" im Genehmigungssystem, der nun behoben worden sei. Anders sehen dies allerdings die Eltern des kleinen Alex.

Vater Bernie sprach gegenüber einer Zeitung von einem "deutlichen Zeichen", dass mit dem Sozialversicherungssystem in den USA etwas nicht stimmen könne. Deshalb habe er auch keine Wut auf "Rocky Mountain Health Plans" im Speziellen, sondern forderte indes eine seiner Meinung nach dringende Reform des gesamten Systems.

Obamas Kampf um die Krankenversicherung
Diese Geschichte ist natürlich auch Wasser auf die Mühlen von US-Präsident Barack Obama, der seit Monaten für einen allgemeinen Zugang zur Krankenversicherung kämpft. Seine geplante Gesundheitsreform soll rund 47 Millionen bisher nicht abgesicherten US-Bürgern zu einer Krankenversicherung verhelfen. Vor allem die Republikaner laufen Sturm gegen das wichtigste innenpolitische Projekt des Präsidenten. Obama möchte, dass der Kongress bis zum Jahresende seine Reformpläne absegnet. Die USA sind unter den großen Industriestaaten das einzige Land, in dem es kein Krankenversicherungssystem für die gesamte Bevölkerung gibt. (Mehr zum Thema findest du in der Infobox!)

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Mächtiger Seitenhieb
Klinsmann: „Herzog der Richtige“ für den ÖFB!
Fußball International
Nach 2:4 in Israel
Foda will nach Schockpleite erst mal Ruhe bewahren
Fußball International
Vorfall veröffentlicht
Berufsfahrer als „Fluchthelfer“ missbraucht
Oberösterreich
„Bis zum Rücken“
„Oranje“-Coach Koeman reißt gegen DFB-Elf die Hose
Fußball International
„Müssen darüber reden“
US-Schulmassaker fordert zwei späte Todesopfer
Welt
Polizistenmutter tot
„Ich war es nicht“: Enkel bestreitet Bluttat
Niederösterreich
1:2 gegen Ungarn
Kroatien-Star Modric schlägt nach Blamage Alarm
Fußball International
„Geb, was ich kann“
Petzner dankt seinen Fans mit emotionalem Post
Video Stars & Society
Mehr Löschwasser nötig
E-Autos stellen Feuerwehr vor neue Herausforderung
Elektronik

Newsletter