07.03.2018 19:00 |

Herausforderung:

Oberösterreich wird ein Land der Pflegebedürftigen

Die gute Nachricht zuerst: Wir werden immer älter und bleiben dabei auch länger gesünder. Doch das alles ändert nichts daran, dass Oberösterreich bis 2050 zum Land der Alten und Pflegebedürftigen wird. Die Zahl der Über-85-Jährigen wird sich mehr als verdoppeln, jene der Pflegebedürftigen um mehr als die Hälfte steigen.

Beim Senioren-Dialog wurde am Mittwoch in Linz heftig und teil sehr emotional über die Pflege und deren Zukunft diskutiert. „Der Umsatz der Pflege-Dienstleistungen wird sich in Oberösterreich bis 2050 um mehr als 400 Prozent erhöhen“, blickte Ulrike Famira-Mühlberger vom WIFO in die Zukunft.

Prävention entscheidend
„Das Wichtigste ist, die Pflegebedürftigkeit so weit wie möglich nach hinten zu verschieben. Hier ist Prävention entscheidend“, sagt Seniorenbundobmann Josef Pühringer, der im Sommer einen Forderungskatalog zum Thema Pflege an die Politik präsentieren will. Dass der von ihm als damaliger Landeshauptmann mitverhandelte Pflegefonds, der bis 2021 fixiert ist, in Zukunft reichen wird, bezweifelt Pühringer. Wie die Finanzierung aussehen soll, lässt er offen. Aber: „Klar ist, dass es keine Zwei-Klassen-Pflege geben darf.“

„Speckgürtel“ am ärgsten betroffen
Die Zunahme der Alten und Pflegebedürftigen ist regional in OÖ sehr unterschiedlich. Im Bezirk Urfahr-Umgebung wird es mit einer Beinahe-Verfünffachung am schlimmsten sein, in Linz und Steyr mit einer Verdoppelung am wenigsten schlimm. Hintergrund: Die Älteren ziehen aus den Städten in den „Speckgürtel“.

Mehr Heimplätze
„Ohne weitere Heimplätze wird es nicht gehen“, weiß Doris Mittendorfer, die in Perg das SENIORium leitet, von den laufenden Herausforderungen in den Alten- und Pflegheimen.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

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