Bereits zuvor hatten diverse Studien gezeigt, dass die meisten Menschen ein Kind häufiger auf dem linken Arm tragen. Die Gründe dafür waren bisher weitgehend unbekannt, sagte Susanne Suter vom Institut für Psychologie der Universität Basel. Die Vorliebe hänge auch nicht davon ab, ob jemand Links- oder Rechtshänder sei.
Laborstudie an 62 Studentinnen
Gemeinsam mit Forschungskollegen des Nationalen Forschungsschwerpunkts "sesam" untersuchte Suter, inwiefern Links- und Rechtshalten den psychischen und physischen Zustand von 62 freiwilligen Studentinnen beeinflusste. In einer Laborstudie wurden die Teilnehmerinnen gebeten, eine babyähnliche Puppe zunächst auf dem einen, dann auf dem anderen Arm zu halten.
Während die Studentinnen die Puppe im Arm hielten, maßen die Forscher mittels Elektroden, wie stark die Frauen mit den Augen blinzelten, wenn sie durch einen lauten Ton erschreckt wurden. Es sei nachgewiesen worden, dass dieser unbewusste Blinzelreflex stärker ausfalle, wenn sich Menschen gestresst oder verängstigt fühlten, sagte Suter.
Wie die Wissenschaftler kürzlich im Fachmagazin "International Journal of Psychophysiology" berichteten, blinzelten die Frauen deutlich weniger stark, wenn sie die Puppe auf dem linken Arm trugen. "Sie waren so also entspannter als mit der Puppe auf dem rechten Arm", sagte Suter.
Herzaktivität untersucht
Auch eine gleichzeitige Untersuchung der Herzaktivität der Teilnehmerinnen wies darauf hin, dass Linkshalten angenehmer zu sein scheint. Hielten die Frauen die Puppe im linken Arm, zeigte sich ein Herzaktivitätsmuster, wie es bei Entspannung vorliegt und nicht bei Stress und Gefahr.
Die Forscher vermuten, dass die Resultate darauf zurückzuführen sind, dass angenehme Reize, die wir auf der linken Körperseite sehen, hören oder berühren, bevorzugt in der rechten Hirnhälfte verarbeitet werden. "Es ist bekannt, dass die rechte Hirnhälfte unter anderem auf die Verarbeitung emotionaler Signale spezialisiert ist", erklärte Suter.
Das Halten auf der linken Seite ist deshalb wohl von Vorteil: Die Mutter nimmt den Gemütszustand ihres Kindes besser wahr. Sie kann also besser überwachen, wie es ihrem Schützling geht und auch rascher reagieren, wenn etwas nicht in Ordnung ist.











Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.