22.12.2017 09:52 |

„Es ist wie im Zirkus“

Bizarrer Streit um Leiche von Massenmörder Manson

Der berüchtigte US-Sektengründer und verurteilte Mörder Charles Manson sorgt auch noch nach seinem Tod noch für Aufregung. Der 83-Jährige, der unter anderem 1969 den Mord an der Schauspielerin Sharon Tate in Auftrag gegeben hatte, war nach fast 50 Jahren im Gefängnis vor einem Monat gestorben, doch nun ist ein heftiger Streit um die Leiche des Massenmörders entbrannt. Die "Los Angeles Times" spricht von einem regelrechten "Zirkus" rund um Mansons sterblichen Überreste.

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Kriminelle mit dem eingeritzten Hakenkreuz auf der Stirn war Ende November ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Wenige Tage später starb Manson im Alter von 83 Jahren eines natürlichen Todes.

Doch einen Monat nach dem Tod des Begründers der berühmt-berüchtigten "Manson Family", der von seinen Anhängern als "Jesus Christus" verehrt wurde, sorgt seine Leiche für Ärger bei den kalifornischen Behörden. Mindestens fünf Personen aus vier unterschiedlichen US-Bundesstaaten, unter ihnen ein angeblicher Enkel und ein vermeintlicher Brieffreund, haben Ansprüche an die sterblichen Überreste angemeldet, berichtete die "Los Angeles Times".

"Es ist wie im Zirkus", zitierte die Zeitung Bryan Walters, den stellvertretenden Staatsanwalt von Kern County, wo Mansons Leiche derzeit aufbewahrt wird. Die Causa ist für den Bezirk auch deshalb ein Ärgernis, weil er eigentlich gar nicht für den Leichnam zuständig ist. Man habe Mansons Leiche übernommen, da die zuständige Gefängnisbehörde keine gekühlte Leichenhalle zur Aufbewahrung zur Verfügung habe, so Walters.

So übernahm die Bezirksverwaltung die sterblichen Überreste, in der fälschlichen Annahme, niemand würde Ansprüche darauf anmelden. Doch einige der Streithähne würden behaupten, sie hätten einen ausdrücklichen letzten Willen des Verstorbenen schriftlich vorliegen. "Klar ist da gar nichts", so Walters, weshalb der Bezirk nun Angst habe, die Leiche des 83-Jährigen dem Falschen auszuhändigen - und anschließend verklagt zu werden. Ein Gericht soll deshalb entscheiden, wer Manson bekommt.

Allerdings gibt es auch diesbezüglich Probleme: Es sei nämlich fraglich, welches Gericht überhaupt zuständig ist, sagte Walters der „Los Angeles Times“. Normalerweise werde der Nachlass einer Person dort verwaltet, wo sie ansässig war. Nur: „Wo war Manson ansässig?"

Fazit des Beamten: "Das ist ein wirklich bizarrer Rechtsstreit."

Harald Dragan
Harald Dragan

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