So, 19. August 2018

Rathausfrau gesucht

25.02.2009 12:28

Grüne wollen weibliches Pendant zu Rathausmann

Die Grünen wollen dem Rathausmann (Bild) ein weibliches Pendant gegenüberstellen. Seit dem 21. Oktober 1892 thront der 5,4 Meter hohe Ritter samt Standarte auf der Spitze des Rathauses. Dabei sei die Figur nicht nur ein Symbol für die Stadt, sondern auch eines für die zementierte Macht der Männer. "Es ist höchste Zeit, diesem Rathausmann eine Rathausfrau gegenüberzustellen", kündigte die nicht amtsführende Stadträtin Monika Vana (Grüne) am Mittwoch einen Wettbewerb an.

Interessierte können zumindest bis zum Frauentag am 8. März ihre Einreichungen abgeben. Bevorzugt würden bei der Prämierung Vorschläge, die sich auch als Skulptur modellieren ließen, unterstrich Vana in einer Pressekonferenz. Schließlich soll das mit 200 Euro dotierte Siegermodell dann auch ausgearbeitet werden. Über das Material ist man sich derzeit noch uneinig, außer, dass die Figur wohl nicht in Stahl gefertigt wird: "Der Begriff der Eisernen Lady ist ja bereits besetzt", so Vana.

Weitere Details zur "Rathausfrau"-Ausschreibung: siehe Infobox!

Stahlkugel hält Wahrzeichen im Gleichgewicht
Auch müsse die Rathausfrau nicht zwingend Schuhgröße 63 und eine Rüstung wie ihr männliches Gegenüber haben, sondern könne zeitgemäßer gestaltet sein. Nicht nur die Schuhgröße des Rathausmannes ist enorm, er wiegt auch stattliche 1,8 Tonnen, weshalb er an seiner Unterseite eine 800 Kilogramm schwere Stahlkugel benötigt, die gleich einem Pendel dafür sorgt, dass das er auch in stürmischen Zeiten sicher verankert bleibt.

Allerdings steht seit dem 22. September 1985 auch eine detailgetreue Kopie der Skulptur auf ebener Erde: Im Zuge der Sanierung des Originals wurde das Double angefertigt und befindet sich auf dem Rathausplatz - ein möglicher Ort für die künftige Rathausfrau. Man werde sich jedenfalls um einen prominenten Standort bemühen, so Vana.

Nur 30 Prozent Frauenanteil in Spitzenfunktionen
Mit der launigen Aktion wolle man allerdings auf eine ernsten Umstand hinweisen, unterstrich die Politikerin. So stagniere seit Jahren der Frauenanteil in Spitzenfunktionen des Magistrats bei 30 Prozent - obgleich 52 Prozent der Wiener Frauen seien und deren Anteil im Magistrat gar 57 Prozent betrage. Hier müsse das Gleichbehandlungsgesetz konsequent umgesetzt werden, damit der Frauenanteil in allen Funktionen auf mindestens 50 Prozent steige.

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