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12.02.2009 13:06

Valverde angeblich als Fuentes-Kunde entlarvt

Neue Beweise haben Radprofi Alejandro Valverde (siehe Bild) offenbar eindeutig als Kunden des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes entlarvt. Wie die "Gazzetta dello Sport" am Mittwoch auf ihrer Homepage berichtete, habe das Italienische Olympische Komitee (CONI) eine 2008 bei Valverde genommene Dopingprobe mit dem Blut aus einem 2006 bei Fuentes gefundenen Beutel verglichen. Eine DNA-Analyse habe dabei klar ergeben, dass es sich jeweils um Valverdes Blut handelt.

Das CONI hat bereits ein Verfahren gegen den Spanier eingeleitet und die Ergebnisse an den internationalen Radsportverband UCI sowie die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA weitergeleitet. Haben die spanischen Behörden im indes zum dritten Mal wieder aufgenommenen Doping-Verfahren "Operacion Puerto" bisher kaum Ergebnisse geliefert, so scheint nun Italien erstmals konkrete Beweise im Fall Valverde vorlegen zu können. Bei einem Abstecher der Tour de France nach Italien hatte das CONI am 21. Juli 2008 in Prato Nevoso 21 Fahrer einer überraschenden Blut-Kontrolle unterzogen. Unter ihnen war auch Valverde. Die Proben wurden nun mit jenen verglichen, die die spanische Polizei 2006 bei Fuentes fand.

Untersuchungen bisher stets erfolglos
Bereits von Anfang an gehörte der zweimalige Pro-Tour-Gewinner Valverde wie auch sein Landsmann Alberto Contador zum Verdächtigen-Kreis der Fuentes-Kunden. Der Blutbeutel mit dem Codenamen "Valv-Piti" war Valverde zugeordnet worden, die Kennzeichnung "AC" soll für den Tour-Champion von 2007, Contador, gestanden haben. Allerdings versandete das Verfahren schnell, als beide eine Verwicklung in den Skandal mehrfach bestritten und sich sogar der spanische Sportminister Jaime Lissavetzky vor die beiden Athleten stellte.

Als bisher einziger Rad-Profi hat Jörg Jaksche ein umfangreiches Geständnis abgelegt und sich als Kronzeuge angeboten. Der ebenfalls verdächtigte Jan Ullrich hat wie Valverde eine Zusammenarbeit mit Fuentes stets bestritten, obwohl die Bonner Staatsanwaltschaft eine zweifelsfreie Übereinstimmung des bei Fuentes gelagerten Blutes mit Ullrichs DNA geliefert hatte. Außerdem belegte die Behörde Geldbewegungen zwischen Ullrich und Fuentes über eine Schweizer Bank.

Valverde zu Rapport vergattert
Im Fall Valverde müssen nun die UCI oder die WADA aktiv werden. Wie das CONI am Mittwoch auf seiner Homepage mitteilte, sei der Fahrer bereits für kommenden Montag zu einer Anhörung nach Rom geladen worden. Sollte er schuldig sein, droht ihm eine Zweijahres-Sperre. Valverde selbst zeigte sich in einer Aussendung empört. "Ich bekräftige erneut meine Bereitschaft, vor jeder Organisation zu erscheinen, die mich benötigt, um für das Ziel der Aufklärung aller im Zusammenhang mit Doping stehenden Fakten zusammenzuarbeiten", erklärte der Spanier. "Ich habe alle auferlegten Nachweise erbracht."

Valverde sprach von "Überraschung" und "Empörung" über das, was in den italienischen Medien publiziert worden war, und er erinnerte daran, dass die Doping-Kontrolle, der er sich im vergangenen Juli während der Tour-de-France-Etappe in Italien unterzogen hatte, "keinen anormalen Wert" aufgewiesen habe.

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