Fr, 21. September 2018

10 Milliarden Euro

20.10.2008 17:11

ING-DiBa-Bank mittels Finanzspritze gesichert

Mit zehn Milliarden Euro haben die Niederlande das Überleben des Allfinanz-Konzerns ING gesichert. Nach Bekanntgabe der staatlichen Kapitalspritze erholte sich am Montag der Börsenkurs des weltweit tätigen niederländischen Finanzunternehmens, das auch in Deutschland und Österreich mehr als 6,4 Millionen Kunden hat. Die Einlagen der Sparer seien durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und den Einlagensicherungsfonds in voller Höhe abgesichert, hieß es vonseiten der Bank, die am Montag auch den Verkauf ihrer Versicherungstochter in Taiwan für 447 Millionen Euro an die Fubon Financial Holding bekannt gab.

Die Aktie der ING-Gruppe, zu der die in Frankfurt ansässige größte europäische Direktbank ING-DiBa gehört, war am vergangenen Freitag um 27,5 Prozent abgesackt, nachdem die Bank für das dritte Quartal einen Verlust von 500 Millionen Euro gemeldet hatte. Daraufhin gaben am Sonntagabend Hollands Finanzminister Wouter Bos und Zentralbankpräsident Nout Wellink die Bereitstellung von zehn Milliarden Euro als Kapitaleinlage für ING bekannt.

Einlagen der österreichischen Kunden garantiert
Ein Sprecher der ING-DiBa betonte am Montag, dass es sich bei dem Frankfurter Institut um eine deutsche Bank nach deutschem Aktienrecht handle. Die Einlagen der mehr als 6,1 Millionen deutschen Kunden seien durch die deutschen Sicherungssysteme geschützt. Die Ersparnisse der etwa 357.000 österreichischen Kunden, die mit Vorjahresende rund 3,6 Milliarden Euro ausmachten, sind ebenfalls durch die deutschen Sicherungen garantiert.

ING erwäge auch nicht, das vom deutschen Staat angebotene Eigenkapital in Anspruch zu nehmen. Man betreibe ein konservatives Privatkundengeschäft und halte an den Zielen für dieses Jahr fest, so der Sprecher. Die Bank sei "ein an sich finanziell gesundes Unternehmen, das alle Bonitätsanforderungen erfüllt", betonte Bos. Angesichts der schwierigen Lage auf den internationalen Kapitalmärkten habe sich der Staat jedoch in Absprache mit der Führung der Bank entschieden, für eine begrenzte Zeit als Anteilseigner bei ING einzusteigen. "Sonst hätte die Bank umfallen können, aber das wird nun absolut nicht passieren", sagte Bos.

Analysten: Kursverfall durch Gerüchte ausgelöst
Die ING-Bank ist die erste, die Mittel aus einem Notfonds der niederländischen Regierung in Anspruch nimmt. Der Kursverfall der ING-Bank auf den tiefsten Stand seit Mitte der 90er-Jahre war nach Einschätzung von Analysten am Freitag auch durch Gerüchte bewirkt worden, wonach der Finanzkonzern kaum ohne staatliche Hilfe überleben könne.

Die Regierung in Den Haag hatte zuvor für 16,8 Milliarden Euro das Geschäft des Bankkonzerns Fortis in den Niederlanden und damit zugleich die zu Fortis gehörende größte niederländische Bank ABN Amro komplett übernommen. Außerdem garantiert die Regierung der Niederlande für Kredite der Banken untereinander im Umfang von 200 Milliarden Euro. Der ING-Konzern hat nach eigenen Angaben rund 85 Millionen Kunden in zahlreichen Ländern und beschäftigt 130.000 Menschen.

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