Di, 14. August 2018

"Überversorgt!"

10.09.2008 13:14

OPEC senkt überraschend Förderquoten

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat angesichts der zuletzt sogar unter 100 Dollar pro Barrel gesunkenen Rohölpreise überraschend ihre Förderquoten offiziell auf die Werte vom September 2007 gesenkt. Die Gesamtförderquote ohne den Irak und ohne Indonesien wurde auf 28,8 Millionen Barrel täglich festgesetzt. Dies entspreche einer realen Senkung um rund 520.000 Barrel täglich, erläuterte der amtierende OPEC-Präsident Chakib Khelil am Mittwoch vor Journalisten. Angesichts der "überversorgten Märkte" werde man auf eine strikte Einhaltung der Quoten achten.

OPEC-Sprecher Omar Ibrahim sagte nach der Nachtsitzung der 13 Ölminister in Wien, die Organisation sei zu dem Schluss gekommen, dass der internationale Ölmarkt "überversorgt" sei. Die jüngsten, deutlich gesunkenen Ölpreise deuteten zunehmend auf eine "Veränderung des Trends" steigender Ölpreise hin. Zuletzt hatten vor allem Saudi-Arabien und die Emirate deutlich mehr Rohöl gefördert, als ihnen nach den gültigen Förderquoten zustand.

Die Entscheidung der Ölminister kam überraschend. OPEC-Analysten hatten damit gerechnet, dass die Konferenz die Quoten zumindest bis zur nächsten außerordentlichen Sitzung am 17. Dezember im algerischen Oran nicht antasten würde.

Ölpreis nach Fördermengenkürzung leicht gestiegen
Einschließlich des Iraks hatten die OPEC-Mitgliedsländer zuletzt nach Berechnungen von OPEC-Analysten über 32 Millionen Barrel pro Tag produziert. Auch aufgrund der starken Förderung in Saudi-Arabien von rund 600.000 Barrel täglich und sinkender Nachfrage vor allem in den USA war der Preis für Rohöl in den vergangenen Wochen von rund 147 US-Dollar auf knapp 100 US-Dollar am Dienstag gesunken.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des OPEC-Beschlusses stieg der Preis aber wieder: Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober kostete im asiatischen Handel 103,66 US-Dollar (73,29 Euro). Das sind 40 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober stieg um 26 Cent auf 100,60 Dollar (71,1 Euro).

Die neue Förderquote von 28,8 Millionen Barrel täglich schließt die neuen OPEC-Mitgliedsländer Ecuador und Angola ein, nicht aber den Irak und Indonesien, das bei der Tagung in der Nacht zum Mittwoch seine Mitgliedschaft in der Organisation bis auf weiteres suspendiert hat. Zuletzt hatte die offizielle Förderquote ohne den Irak bei 29,67 Millionen Barrel gelegen. 

Kontrolle über drei Viertel aller Ölreserven
Die OPEC ist ein Zusammenschluss aus 13 erdölproduzierenden Ländern, vor allem aus Nahost und Afrika. Das Kartell zeigt sich für rund 40 Prozent des weltweiten Ölangebots verantwortlich. Zudem verfügt die Organisation über etwa drei Viertel aller Ölreserven.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.