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26.07.2017 - 22:18

Die Erderwärmung hat den Frühling eiskalt erwischt

02.04.2013, 17:00
Im Wald verhungern die Frischlinge – und täglich fallen Hunderte Zugvögel tot von den Bäumen. Doch diese Öko-Apokalypse könnte nur der Beginn sein. Denn durch die galoppierende Erderwärmung drohen jetzt Endloswinter in Serie. Der Klimawandel hat den Frühling also kalt erwischt.

Eigentlich widerspricht es sich ja. Denn eisig- bittere Kälte, Schneefall ohne Ende und das fast völlige Verschwinden der wärmenden Märzsonne deuten nicht unbedingt auf Erderwärmung hin. Und doch sehen internationale Klimatologen genau diese als Ursache für den heurigen Endloswinter, der schon seit sieben Monaten aufs Gemüt drückt.

Weltweit angesehene Forscher wie Ralf Jaiser vom Alfred- Wegener- Institut für Meeresforschung in Bremerhaven und Dirk Notz vom Max- Planck- Institut in Hamburg erklären das so: "Der Rückgang des Meereises am Pol verändert die Windsysteme. Denn die Sonne erwärmt das eisfreie Polarmeer. Feuchte Luft steigt in die Atmosphäre, wodurch sich in Skandinavien häufiger Hochdrucksysteme ausbilden können. Durch Schneisen strömt kalter, arktischer Wind gen Süden (siehe Grafik, Anm.)."

"Zeitraum zur Beurteilung nur sehr gering"

Besänftigend mischt sich dagegen der Meteorologe Andreas Meingaßner vom privaten Wetterdienst UBIMET in die Debatte ein und erklärt im "Krone"- Interview: "Es ist zwar möglich, dass die Erderwärmung schuld ist an der heurigen Kälte – einige Anzeichen sprechen dafür. Aber noch ist nichts wissenschaftlich bewiesen. Denn zur Beurteilung liegt uns ein klimatologisch nur geringer Zeitraum vor. Derart lange Kälteperioden hatten wir außerdem immer schon – etwa in den Achtzigerjahren." Dass eine drohende Umwelt- Apokalypse heraufdämmert, will er also nicht unterstreichen.

Abschließend gibt er noch Durchhalteparolen aus: "Endgültig Frühling wird es wohl erst Mitte April. Denn das Skandinavienhoch blockiert das Vorankommen milderer Luftmassen über dem Atlantik."

Tiere suchen verzweifelt nach Futter unter dem Schnee

Nicht nur die Menschen warten jedenfalls sehnsüchtig auf den Frühling. Sein Ausbleiben bedeutet für viele Wildtiere den sicheren Tod. In Feld und Flur schlagen verzweifelte Rehe mit den Schalen Schnee auf, um an die Wintergerste zu gelangen. Hunderte Frischlinge, Wildschweinbabys also, erfrieren und verhungern hilflos. Und auch Singvögel finden kein Futter und verenden.

02.04.2013, 17:00
Mark Perry, Detlev Schürr und Erich Schönauer, Kronen Zeitung/red
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