Verdächtiger 20 Jahre nach Mord an Linzerin gefasst

27.12.2012, 16:46
Verdächtiger 20 Jahre nach Mord an Linzerin gefasst (Bild: Christoph Gantner)
Foto: Christoph Gantner
Nach dem Mord an einer 19- jährigen Angestellten im März 1992 in einem Linzer Lokal ist ein Tatverdächtiger in Slowenien gefasst worden. Überführt wurde der Kroate durch eine DNA- Spur, die erst heuer - rund 20 Jahre nach dem Verbrechen - zugeordnet werden konnte. Der 44- Jährige wurde am Donnerstag in einem Zug festgenommen und wartet nun auf seine Auslieferung nach Österreich.

Die 19- jährige Monika Simmer - im Bild ihr Vater Franz am Grab seiner Tochter - arbeitete in einem Linzer Spielsalon. In der Nacht auf den 10. März 1992 rechnete sie gerade die Automaten ab, als der Mörder - vermutlich der letzte Gast - zuschlug. Er schnitt der Frau mit einer abgebrochenen Flasche die Kehle durch.

Das Motiv ist unklar. Ursprünglich wurde ein Sexualverbrechen vermutet, später aber auch ein Racheakt oder ein Raubmord nicht ausgeschlossen. 3.150 Schilling (229 Euro) aus der Tageslosung fehlten, der Großteil (26.000 Schilling/1.889 Euro) blieb jedoch in der Kassa.

DNA- Analyse brachte Treffer

Lange tappten die Ermittler im Dunkeln. Auf die richtige Fährte brachte sie schließlich eine alte DNA- Spur. Das Opfer hatte dem Täter im Todeskampf 14 Haare ausgerissen. Doch die damalige Spurenauswertung war noch nicht so weit fortgeschritten, dass die DNA hätte analysiert werden können. Erst heuer lieferte sie einen Treffer in der Datenbank.

Der genetische Abdruck ließ sich einem 44- jährigen Kroaten zuordnen. "Dieser Verdächtige hatte damals in Linz gelebt, war aber bei den Ermittlungen nie bekannt geworden", so Erich Allmer, Chef der LKA- Mordgruppe. Gegen den Kroaten wurde im Mai ein europäischer Haftbefehl ausgestellt. Donnerstag früh klickten für den Verdächtigen die Handschellen. Er wurde bei einer Personenkontrolle in einem Zug in Slowenien festgenommen.

Das zuständige Bezirksgericht Ptuj entscheidet nun über Haft und Auslieferung. Bis der mutmaßliche Täter nach Österreich überstellt wird, kann es bis zu drei Monate dauern - je nachdem, wie viele Rechtsmittel er dagegen ausschöpft, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Linz zum weiteren Ablauf. Stimmt der Verdächtige zu, kann es aber auch zu einer sogenannten verkürzten Übergabe kommen, die wesentlich rascher abläuft.

Monikas Vater erleichtert

"Mir fällt eine große Last vom Herzen", meinte der in Bad Goisern lebende Vater des Mordopfers jedenfalls nach der Festnahme am Donnerstag. Er hatte nicht mehr geglaubt, dass der Mörder seiner Tochter je gefasst würde.

AG/red/Kronen Zeitung
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