In der Wertung der "Gruppe Grundsatzplanung" liegen zwei Berufsheer- Varianten vorne: Modell 2 (mit 46.000 Berufssoldaten) fällt aber trotz Bestnoten durch. Dieses System sei "überdimensioniert" und "weder sicherheitspolitisch noch wirtschaftlich sinnvoll".
Somit rückt Modell 3 an die erste Stelle: Ein Profi- Heer mit einer besser bezahlten, aufgewerteten Profi- Miliz. Diese Variante will auch der Verteidigungsminister. Zusammenfassend betont der Generalstab, dass gleich drei der Armee- Varianten besser geeignet wären als die aktuelle Wehrpflicht.
Interessant: Die Experten unterstehen Edmund Entacher – also jenem General, der die Wehrpflicht erhalten will. Entacher betont stets: "Ein Berufsheer ist zu teuer."
Bundesheer- Modelle im Überblick
- Modell 1: Wehrpflichtarmee (das jetzt aktuelle System)
- Modell 2: Berufsheer (System ohne Milizsoldaten entspricht in etwa dem mobilgemachten Bundesheer: ca. 46.000 Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Zivilbediensteten, wird vom Verteidigungsministerium als zu teuer abgelehnt)
- Modell 3: Profiheer (Berufsheer) mit Profi- Miliz - dieses Modell wird vom Verteidigungsministerium am besten bewertet
- Modell 4: Auslandseinsatzmodell mit deutlicher Ausrichtung auf internationale Einsätze (Luftraumüberwachung und sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsätze können im Inland sichergestellt werden, allerdings sind Assistenzeinsätze bei größeren Katastrophen nicht möglich)
- Modell 5: Inlandseinsatzmodell mit Auslandsbeteiligung auf freiwilliger Basis (Österreich könnte seiner internationalen Verpflichtung nicht nachkommen, die Inlandseinsätze wären sichergestellt mit einer Einschränkung bei größeren Katastrophen)
- Modell 6: Mischmodell Freiwilligenheer und freiwilliger Grundwehrdienst für ca. 10.000 Freiwillige (soll die Rekrutierbarkeit erleichtern, Ausbildung reduzieren und Katastrophenhilfe sicherstellen, alle In- und Auslandsaufgaben könnten sichergestellt werden)
- Modell 7: Freiwilligenheer mit starker Berufskomponente ähnlich dem Modell 3, nur wesentlich mehr Berufssoldaten und weniger Zeitsoldaten (alle In- und Auslandsaufgaben könnten sichergestellt werden)
Richard Schmitt, Kronen Zeitung