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Boa-Besitzer im "Würgegriff" der Anrainer

28.07.2010, 09:07
Boa-Besitzer im "Würgegriff" der Anrainer (Bild: Sepp Pail)
Foto: Sepp Pail
Die Flucht der drei Meter langen Boa Constrictor Amanda in die Freiheit sorgt in einer Siedlung im Grazer Süden weiterhin für Aufsehen. Angst und Schrecken verbreitet die Würgeschlange aber trotz ihrer Größe nicht - das wäre zu dick aufgetragen. Was bleibt, sind ein "ungutes Gefühl" der Anrainer, Schimpftiraden gegen den Besitzer und der große Medienrummel. Die Knirpse im Kindergarten dürfen zwar nicht nach draußen, sind aber längst Schlangenexperten: "Nein - wir haben keine Angst!"

Zur "Schlangengrube der Gerüchte" entwickelt sich der Siedlungs- und Medientratsch seit die Boa am Sonntag durch eine gekippte Balkontüre aus einer Wohnung im ersten Stock in die Freiheit schlüpfte. Kostprobe vom Dienstag: "Kommt die durch ein gekipptes Fenster auch in die Wohnung?", fragt eine ältere Dame beim Plauscherl im Hof in die Runde. "Klar, so ist sie ja auch rausgekommen."

Durch die Flucht seiner Amanda hat jetzt freilich vor allem Besitzer Klaus L. (Bild) Probleme und muss mit einer Geldstrafe rechnen. Beim Verfüttern eines Hasen ("Nein, sie hat mich nicht gewürgt") beschädigte die Schlange ja das kleine Terrarium: "Wo hätte ich denn an einem Sonntag einen Glaserer kriegen können? Ich hätte nie gedacht, dass sie durch den Spalt kriecht." Ist sie aber - und das schmeckt den Nachbarn gar nicht.

Anonyme Drohungen
"Unverantwortlich", schallt es durch die Siedlung. "Schleich dich aus Graz- Liebenau", lautet eine anonyme SMS- Botschaft auf dem Handy des Boa- Besitzers. "Ich hab's ja eh gleich der Polizei gemeldet - aus Sorge um die Kindergartenkinder. Dass daraus eine solche Aufregung entsteht, versteh' ich nicht", wundert sich L., während die Polizei weiter nach der "Nadel im Heuhaufen" sucht. Willibald Thaller, Leiter der Polizeiinspektion Liebenau, ist optimistisch: "Wir sind nicht viele, aber wir sind gut. Die Streifen patrouillieren."

"So einen Wirbel brauch' ich nicht mehr"

Reptilienexperte Werner Stangl lag am Dienstag auch noch auf der Lauer: "Es ist relativ kalt und sie hat gerade gefressen - da wird sie sich eher wenig bewegen." Der Besitzer hat vorerst genug von Schlangen: "So einen Wirbel brauch' ich nicht mehr!" Schließlich wähnte er auch den Kater aus der Wohnung unter ihm in Fress- Gefahr: "Nach dem ersten Schock war ich richtig froh, ihn wiederzusehen!"

von Thomas Bauer ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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