Fr, 15. Dezember 2017

Cobra-Chef im Talk

08.11.2017 11:32

Doppelmörder-Jagd für Polizei "kein Spaziergang"

Bereits zehn Tage lang wird fieberhaft nach dem Doppelmörder von Stiwoll gefahndet. Bisher konnte man Friedrich F. noch nicht finden. "Die Suche wird natürlich weitergehen", stellte Cobra-Chef Bernhard Treibenreif im "Krone"-Gespräch klar. Insgesamt hätten die Einsatzkräfte bisher "über 100 Objekte durchsucht", bilanzierte der Kommandant der Polizei-Sondereinheit - zuletzt noch 30 Gebäude und Areale in Oberösterreich, nach einem brisanten Hinweis zweier Jäger. Der Einsatz sei Routine, aber dennoch eine Belastungsprobe physischer und psychischer Natur für die Einsatzkräfte.

Treibenreif hielt fest, dass es sich bei dem Doppelmord wohl eher um eine "Ad hoc"-Tat gehandelt haben dürfte, also einen spontanen Gewaltausbruch. Man gehe daher derzeit nicht von einer lang geplanten Aktion aus, auch gebe es "keine Hinweise auf Fluchthelfer". Handy, Pass und Führerschein trägt der Flüchtige nicht bei sich.

Jäger trafen auf Friedrich F.
Insgesamt habe man mit Unterstützung von Polizeieinheiten aus anderen Bundesländern und der Wiener Spezialeinheit WEGA mittlerweile gut 100 Objekte durchsucht - zuletzt ein Freilichtmuseum. Auch 30 Gebäude und Areale in Oberösterreich standen im Visier der Fahnder. Man habe erfahren, dass zwei Jäger Friedrich F. bereits vor der Bluttat in Stiwoll in einem Wald nahe der Ortschaft Molln im Bezirk Kirchdorf an der Krems schlafend in einem Auto entdeckt hätten, wie Treibenreif mitteilte. Er sei dann sogar ausgestiegen und habe sich mit den Waidmännern am Hochstand unterhalten.



Vorerst seien aber nun, wie berichtet, die großen Durchsuchungen abgeschlossen. "Der Schwerpunkt ist jetzt die kriminalpolizeiliche Arbeit", erläuterte Treibenreif. Auch seien jetzt verstärkt die Profiler am Werk. "Der Gefährdetenschutz bleibt aber natürlich aufrecht."

Enorme Belastung für Einsatzkräfte
Mittlerweile sei auch damit zu rechnen, dass seit der Tat bei Friedrich F. "eine Abkühlphase eingetreten ist". Somit sei derzeit nicht mit einer weiteren Affekthandlung zu rechnen. Nichtsdestoweniger seien die zahlreichen Durchsuchungen und Patrouillen für die Polizeieinheiten ein hartes Stück Arbeit. Allein die Ausrüstung samt Schutzweste, Helm und Bewaffnung wiege gut 30 Kilogramm. Darüber hinaus müsse man hoch konzentriert vorgehen, da der Verdächtige als bewaffnet und gefährlich gilt. Den Beamten steht im Bedarfsfall ein sogenannter Peer-Support zur Verfügung - zur Stressbewältigung und zum gemeinsamen Aufarbeiten von Einsatzerfahrungen.

"Wir können das leisten"
"Es ist ein normaler Kriminalfall mit besonderer Fahndung", fasste der Cobra-Chef im Gespräch mit Moderator Gerhard Koller zusammen und versicherte, dass ein derartiger Einsatz trotz allem Routinesache sei und die rund 30.000 Polizeibeamten in Österreich "das leisten können".

Stimmung in Stiwoll "traurig"
In Stiwoll "ist die Stimmung traurig", so Treibenreif. Außerdem "ist so viel Polizei im Ort nicht angenehm". Deshalb habe man zuletzt auch zu einem Info- und Gesprächstermin geladen. Mehr als 100 Bewohner hätten teilgenommen, man habe der Bevölkerung dabei "im gemeinsamen Gespräch Ängste nehmen können". Auch die Schule sei mittlerweile wieder geöffnet.

Friedrich Schneeberger
Redakteur
Friedrich Schneeberger
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