Mo, 11. Dezember 2017

Kratky macht Werbung

01.11.2017 10:56

Dem Bundesheer fehlen 2000 Rekruten pro Jahr

Dem Bundesheer stehen immer weniger Rekruten zur Verfügung. Einerseits gibt es immer weniger Stellungspflichtige, andererseits steigt der Anteil der Untauglichen und das Interesse am Zivildienst bleibt hoch. Standen dem Militär vor zehn Jahren mehr als 25.000 junge Männer jährlich zur Verfügung, sind es heute nur noch 18.000. 2016 war fast ein Viertel der Stellungspflichtigen untauglich. Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, wurde eine Werbeoffensive mit Ö3-Wecker-Star Robert Kratky gestartet.

Um das bestehende System zu erhalten, braucht das Bundesheer 20.000 Rekruten pro Jahr. Das hat Generalstabschef Othmar Commenda erst vor wenigen Tagen festgehalten. Davon hat man sich allerdings in den vergangenen Jahren immer mehr entfernt. Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Hauptproblem ist die demografische Entwicklung. Die Zahl an jungen Männern mit österreichischer Staatsbürgerschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch gesunken. 1982 gab es noch 65.000 17-jährige Österreicher, 1996 waren es knapp 42.000, heute sind es nur noch 39.000.

Mehr als ein Fünftel der Babys ausländische Staatsbürger
Daran dürfte sich in den nächsten Jahren nicht viel ändern, denn es folgen laut Zahlen der Statistik Austria weitere geburtenschwache Jahrgänge. Ein Anstieg der Geburten zeigt sich erst ab 2012. Bis diese Kinder zur Musterung müssen, wird es also noch etwas dauern. Wobei anzumerken ist, dass mehr als ein Fünftel der heute in Österreich geborenen Babys nicht die österreichische Staatsbürgerschaft hat. 2016 kamen 45.000 Buben in Österreich zur Welt, 35.000 von ihnen waren Österreicher, 10.000 nicht. Viele dieser Nicht-Österreicher dürften aber bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres noch einen heimischen Pass erlangen.

Im Video: Moderator Robert Kratky beim Bundesheer

Zahl der Stellungspflichtigen in zehn Jahren um 15 Prozent gesunken
In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Stellungspflichtigen jedenfalls um 15 Prozent gesunken. Im Jahr 2006 wurden 46.700 Männer zur Stellung gerufen, 2016 waren es nur noch 39.700 - um 7000 weniger. Gleichzeitig werden immer mehr junge Männer als untauglich eingestuft und fast die Hälfte der Tauglichen zieht den Zivildienst dem Heer vor, wobei sich hier seit 2015 eine Trendwende in Richtung Wehrdienst abzeichnet.

Im Video: Robert Kratky bei den Pionieren

2014 hatten sich rund 16.000 Wehrpflichtige für den Zivildienst gemeldet, 2015 waren es nur noch 15.000 und 2016 nur noch 14.000. Vergleicht man die Zahlen jedoch mit jenen etwa der Jahrtausendwende, haben sich die Präferenzen der Jugend deutlich verändert: 2001 zogen nur 8000 den Zivil- dem Wehrdienst vor, 2014 waren es schon doppelt so viele.

2016 fast ein Viertel der Männer untauglich
Gestiegen ist auch der Anteil der Untauglichen. 2006 waren 10.100 (21,6 Prozent) der 46.700 Stellungspflichtigen untauglich, 2011 schon 22,8 Prozent. 2016 war schon fast ein Viertel der Männer (24,2 Prozent) für den Wehrdienst nicht geeignet. Hinzu kommt, dass beim Kaderpersonal eine Pensionswelle ansteht, weshalb man möglicherweise auch hier mit Personalknappheit zu kämpfen haben wird.

Bald höhere Bezahlung der Rekruten?
Um dem Rekrutenschwund entgegenzutreten, legt die militärische Führung der künftigen Regierung mehrere Maßnahmen nahe. Zum einen soll der Grundwehrdienst weiter attraktiviert und die Bezahlung der Rekruten erhöht werden. Zum Vergleich: Asylberechtigte bekommen in Wien monatlich 844,46 Euro, während Grundwehrdiener mit lediglich 321,22 Euro auskommen müssen. Zum anderen sollen das Stellungswesen modernisiert und die Tauglichkeitskriterien überprüft werden. Außerdem wurde vor Kurzem eine Werbeoffensive mit Radiomoderator Robert Kratky gestartet (siehe Videos).

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Redaktion
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