Mi, 22. November 2017

„Krone“-Kommentar

10.10.2017 17:19

Wer führt ab Sonntag in der SPÖ die Regie?

Wer übernimmt ab Sonntagnachmittag die Regie in der SPÖ? Offiziell lenkt natürlich weiter Bundeskanzler Christian Kern die Partei. Aber seit Mitte vergangener Woche häufen sich in Wien die Treffen verschiedener Gruppen, um Vorbereitungen für den Tag nach den Wahlen zu treffen.

Die Front verläuft derzeit im Wesentlichen zwischen zwei Lagern in der SPÖ. Der sogenannte "linke Flügel" drängt auf den Gang in die Opposition. Das dem gegenüberstehende Lager drängt hingegen auf eine Beteiligung an der nächsten Regierung - auch nach einem deutlichen Stimmenverlust der jetzigen Kanzler-Partei.

Häupl-Nachfolgekampf lähmt gesamten Apparat
Ein eindeutiges Machtzentrum hat sich dabei noch nicht herausgebildet. Das liegt unter anderem auch daran, dass derzeit nicht einmal die Gewerkschafter eine gemeinsame Linie verfolgen. Verschärfend kommt dazu, dass die Zukunftsfrage der SPÖ von dem seit mehr als einem Jahr auf offener Bühne ausgetragenen Nachfolgekampf um das Amt des Wiener Bürgermeisters den gesamten Apparat lähmt.

Welche Rolle wird Schieder einnehmen?
Ins Spiel gebracht wird für den begehrten Führungsposten im Wiener Rathaus immer wieder Andreas Schieder. Gegen Schieder wird allerdings ins Treffen geführt, dass der Platz hinter den Kulissen, wo sich der wenig populäre SPÖ-Klubobmann zumeist aufhält, auch der beste für ihn sei. Sollte Schieder auch künftig nicht tonangebend in der SPÖ sein, könnten sich die Vertreter des linken Lagers den engen Freund von Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer, den Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser, als neuen sozialdemokratischen Frontmann vorstellen.

Vorerst versuchen jedoch noch alle Beteiligten in Deckung zu bleiben: Vor dem Wahlsonntag soll das Fell des Bären nicht verteilt werden. Als neue Schmerzgrenze, ab der Christian Kern um einen Rücktritt nicht herumkommt, gilt seit dem Wochenende ein SPÖ-Ergebnis unter 23 Prozent.

Kommentar: Claus Pándi, Kronen Zeitung

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