Di, 24. April 2018

Mit Kopfschuss getötet

09.02.2018 09:57

Richteten Kurden im Irak Hunderte IS-Kämpfer hin?

Kurdische Sicherheitskräfte, die im Nordirak gegen die Terrormiliz IS kämpfen, sind mit dem Vorwurf der Massenhinrichtung Hunderter feindlicher Kämpfer konfrontiert. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtet, der Sicherheitsdienst Assajesch habe vergangenen Sommer "eine Woche lang jede Nacht" nahe der Ortschaft Sumar gefangene IS-Mitglieder getötet.

Womöglich seien so mehrere Hundert männliche Gefangene erschossen worden, so die stellvertretende HRW-Direktorin für den Nahen Osten, Lama Fakih. Demnach wurden die Leichen in einem Massengrab verscharrt. HRW stützt sich auf die Aussagen eines früheren Mitglieds der kurdischen Sicherheitskräfte und von sechs Bewohnern der Ortschaft. Die Menschenrechtsorganisation forderte umgehend "transparente Ermittlungen", um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

IS-Kämpfer nach Festnahme durch Kopfschüsse getötet
Laut den HRW-Recherchen hatten kurdische Peschmerga zahlreiche irakische und ausländische IS-Kämpfer in einer Schule in Sahel al-Maliha inhaftiert. Von dort hätten die Assajesch sie zunächst in ein Gefängnis in Schiglia gebracht, bevor sie an zwei Stätten nahe Sumar geführt worden seien, wo sie hingerichtet worden seien. Demnach erfolgten die Hinrichtungen zwischen dem 28. August und dem 3. September.

Ein Vertreter der kurdischen Autonomieregion bestritt die Angaben. Dindar Sebari sagte HRW, Peschmerga und Assajesch hätten in der Region gegen eine IS-Gruppe gekämpft, die nach Syrien zu entkommen versuchte. Vermutlich seien die bei den Kämpfen getöteten IS-Kämpfer an einen Ort außerhalb der Kampfzone gebracht und dort begraben worden, sagte der Koordinator der Autonomieregierung für Außenbeziehungen.

Allerdings liegt das Massengrab laut HRW 40 Kilometer vom Ort der Kämpfe entfernt. Außerdem sei damit nicht erklärt, warum die Leichen laut den Augenzeugen alle mit einer Kugel im Kopf gefunden wurden, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

 krone.at
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