Mi, 25. April 2018

Kanzler Kurz am Cover

22.01.2018 19:00

„Baby-Hitler“: Justiz ermittelt gegen Satireblatt

Das deutsche Satiremagazin "Titanic" sieht sich mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin konfrontiert. Die Justiz ermittelt wegen Aufforderung zu einer Straftat und Beleidigung, nachdem das Magazin Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit den Worten "Endlich möglich: Baby-Hitler töten!" auf sein Cover setzte.

Die Ausgabe mit Kurz als "Baby-Hitler" am Cover erschien am 16. Oktober 2017, also am Tag nach der Nationalratswahl. Nachdem das Bild in Österreich für große Aufregung sorgte und auch die Behörden auf den Plan rief, wurde die Staatsanwaltschaft Berlin von den österreichischen Kollegen um die Übernahme der Strafverfolgung ersucht, wie aus einem aktuellen Bericht des "Standard" hervorgeht.

Weil "Titanic" ein deutsches Magazin ist, sind nicht Österreichs Behörden, sondern die unserer Nachbarn für Ermittlungen zuständig. Auch die Volkspartei hatte überlegt, rechtliche Schritte gegen das Magazin einzuleiten, das sei aber nicht geschehen.

Konsequenzen dürfte die "Titanic"-Redaktion rund um Chefredakteur Tim Wolff aber nicht zu befürchten haben: Wie sich der "Standard" von Anwälten erklären ließ, ist der Kontext solcher Botschaften sehr wichtig. Der Leser wisse, dass es satirisch gemeint ist und es sich hier nicht um einen tatsächlichen Mordaufruf handle, so die Experten.

Anwalt: "Satire darf sehr viel"
Der Berliner Anwalt Thomas Jakubczyk wird in dem Bericht wie folgt zitiert: "Dafür ist die Suppe zu dünn. Satire darf sehr viel." Dies Antwortete er auf die Frage, ob es sich um einen Mordaufruf handeln könnte.

Nur eine Woche nach der Ausgabe mit Kurz hinter dem Fadenkreuz fand sich der Bundeskanzler erneut auf dem Cover des Magazins - diesmal vor dem Wrack des Unfallautos des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider. Titel: "Österreich auf Crash-Kurz: Baby-Hitler macht den Führerschein".

Als Kurz vor einer Woche seinen Amtsantritt bei Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel absolvierte, leistete sich die "Titanic" eine erneute Verfehlung und bezeichnete den Kanzler abermals als "Baby-Hitler", der "heim ins Reich" komme.

Ob auch wegen dieser beiden Veröffentlichungen ermittelt wird, ist bisher nicht bekannt.

Thomas Zeitelberger
Thomas Zeitelberger

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