Wenn ich mir bezüglich der explodierenden Strompreise die Argumente und Ausflüchte des E-Control-Vorstands in der „ZIB 2“ anhöre, dann kommt mir schon ein berechtigter Zweifel, ob diese Organisation ihre Aufgaben auch gewissenhaft und zum Wohle der Bürger erfüllt. Dass sich seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahre 2004 der Strompreis an dem Kraftwerk orientiert, das am teuersten den Strom erzeugt, ist lachhaft. Hier muss einfach die Regulierungsbehörde E-Control einschreiten und den Wettbewerb der verschiedenen Unternehmen erzwingen (alles andere wäre ja eine Kartellabsprache, oder?). Wenn ich mir hier als gutes Beispiel die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hernehme, dann muss man feststellen, dass sich durch die Aufsicht der Telekom-Regulierungsbehörde und dem freien Wettbewerb der Unternehmen der Preis fürs Telefonieren dramatisch gesenkt hat und trotzdem alle Unternehmen noch ganz gut davon leben können (erinnern wir uns doch daran, wie teuer einst Telefonieren war, als es nur einen zugelassenen Staatsbetrieb dafür gab). Warum bitte soll das nicht auch am Strommarkt möglich sein, und wer günstigen Strom erzeugen kann, der sollte ihn auch zu günstigen Preisen anbieten können und sich nicht an einem Kraftwerk, das den Strom mit Gas produziert, orientieren. Dann wären auch qualvolle Verrenkungen unserer Regierung, wie man das Volk mittels Schecks und anderen Begünstigungen unterstützen kann, gar nicht nötig, und man erspart sich aufwendige Bürokratie. Der Ansatz, dass Versorgungsunternehmen, die zum Großteil dem Staat gehören, riesige Gewinne machen und ich mir dann als Staat überlegen muss, wie ich diese Gewinne wieder zum Teil an das Volk rücküberweise, ist einfach verrückt.
Ing. Josef Cervicek, Gießhübl
Erschienen am So, 15.5.2022
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