Das freie Wort

Canis Lupus oder der „böse“ Wolf

Nachdem in der Rubrik „Das freie Wort“ von sämtlichen LB-Schreibern das Hohelied auf den Wolf – teilweise mit sehr realitätsfernen und unwissenschaftlichen Argumenten – gesungen worden ist, erlaube ich mir, das Folgende zu bedenken zu geben: Es geht hier doch gar nicht darum, ob der Wolf bei uns eine Daseinsberechtigung hat oder nicht! Es geht doch vielmehr darum, dass er in unserem dicht besiedelten, wirtschaftlich intensiv genutzten und touristisch massiv vermarkteten Alpenraum einfach keinen Platz mehr hat, nachdem ein Wolfsrudel für seine artgerechte Lebensweise ein Revier mit mindestens 300 Quadratkilometern braucht. Was nun den immer wieder geforderten Herdenschutz betrifft: Nachdem die Weidegebiete innergebirgig oft äußerst differenziert strukturiert sind und aus unpassierbaren Gräben, unzugänglichen Schluchten und wildzerklüfteten hochalpinen Regionen bestehen, ist eine Umzäunung und Überwachung dieser Gebiete völlig unmöglich und die Anschaffung von Hirtenhunden, deren Nützlichkeit noch sehr infrage steht, für die kleinen Viehzüchter total unerschwinglich, zumal deren Schutzfunktion aus den vorgenannten Gründen gleich null ist. Die Quintessenz dieser Erkenntnisse lautet: Ja zum Wolf, aber nur da, wo er hingehört und wo er auch genug ursprünglichen Lebensraum vorfindet, wie in den Weiten Russlands, in Nord- und Osteuropa sowie auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Erwin Jänicke, per E-Mail

Erschienen am Di, 20.7.2021

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