Gewaltausbruch
Polizei in Kenia setzt Tränengas gegen Demos ein
„Nichts wird uns an diesen Demonstrationen hindern“, sagte der Oppositionsführer vor Journalisten. Sein Sprecher fügte hinzu, der Druck auf die Regierung werde mit allen rechtlichen und friedlichen Mitteln aufrechterhalten. Polizeisprecher Eric Kiraithe erklärte, die Beteiligung an den Demonstrationen sei landesweit niedrig.
Die Menschen wollten offenbar ihr Alltagsleben weiterführen und nicht täglich protestieren. Bei den Protesten nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mwai Kibaki kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, denen etwa 600 Menschen zum Opfer fielen. Die Polizei ging dabei mit Wasserwerfern, Tränengas und scharfer Munition gegen die Menge vor.
Büros und Geschäfte geschlossen
In Nairobi wurden Büros und Geschäfte geschlossen. Tausende Angestellte verließen in Autos und zu Fuß die Innenstadt, nachdem die Polizei Tränengas gegen einige Demonstranten eingesetzt hatte. In den Elendssiedlungen Kibera und Mathare versammelten sich Hunderte junge Männer, die von der Polizei vertrieben wurden. Der oppositionelle Abgeordnete Fred Gumo erklärte, die Polizisten hätten drei Demonstranten in Kibera mit Schüssen verletzt.
Mehrere Demonstrationen
Auch in der Küstenstadt Mombasa kamen mehrere hundert Menschen zusammen, die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Aus Kisumu im Westen Kenias wurden rund 1.000 Demonstranten gemeldet, die einen Sarg mit dem Namen von Präsident Kibaki durch die Straßen trugen. „Uns werden unsere Rechte verweigert“, sagte ein Kundgebungsteilnehmer in Kisumu. „Wir wollen der Welt nur unsere Missstände zeigen.“ In Eldoret ging die Polizei mit Tränengas gegen rund 1.000 Demonstranten vor.
Die Opposition wirft Kibaki vor, das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 27. Dezember gefälscht und Odinga den Wahlsieg gestohlen zu haben. Am Dienstag kam das Parlament in Nairobi zu seiner ersten Sitzung seit den blutigen Unruhen nach der Wahl zusammen. Die Abgeordneten wählten Kenneth Marende, einen Anhänger der Opposition, zum Parlamentspräsidenten.



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