Fr, 22. Juni 2018

Lizenzentzug droht

02.10.2007 12:37

Rettungspaket für Wacker Innsbruck geplatzt

Geplatz ist am Montag die geplante Rettungsaktion für den angeschlagenen Fußball-Erstligisten FC Wacker Innsbruck. Der ehemalige ÖVP-Landesrat Ferdinand Eberle, der erst vor elf Tagen als neuer Präsident des Vereins präsentiert wurde, legte am Montag seine Funktion wieder zurück. Damit ist vorerst auch die Entschuldung des Klubs und eine Erhöhung der Sponsorengelder in weite Ferne gerückt.

Noch am vergangenen Freitag hatte es ein Gespräch zwischen Eberle, dem Wacker-Vorstand und maßgeblichen Sponsoren gegeben. Zuvor schon war unter Leitung der Tiroler ÖVP-Landesrätin Anna Hosp ein Paket zur Rettung des FC Wacker geschnürt worden.

Darin enthalten: Die Entschuldung des Vereins, der mit Saisonende ein prognostiziertes Minus von 1,6 Millionen Euro aufweisen wird, und die Erhöhung der Sponsorgelder für die nächsten drei bis fünf Jahre um jeweils 900.000 Euro auch durch neue Geldgeber (Tiroler Bergbahnen, Hypo-Bank).

Im Gegenzug hätte ein Beirat installiert werden sollen, in dem die Chefs der Geldgeber vertreten sind. Dieser Beirat hätte dem Budget zustimmen und auch über wesentliche Personalentscheidungen (kaufmännischer Direktor, Sportchef, Trainer) abstimmen müssen. Das Ganze hätte durch eine Statuten-Änderung des Mitgliedervereins in einer ordentlichen Generalversammlung abgesegnet werden sollen.

"Am Freitag hat mir Stocker dann gesagt, er müsse eine Nacht darüber schlafen, am Samstag wollte er noch einen Tag Aufschub", berichtete Eberle am Montag auf einer Pressekonferenz, "am Sonntag hat Stocker mir dann mitgeteilt, dass er dieses Paket nicht annehmen könne. Das war eine bittere Erkenntnis." Dabei, so versicherte Eberle, hätten Wacker ein Mitgliederverein und Stocker Obmann bleiben sollen.

Neuer Sportdirektor war angedacht
"Personelle Änderungen wären aber notwendig gewesen", sagte Eberle. Besonders die Installierung eines Sportdirektors war dem Neo-Präsidenten ein Anliegen. Didi Constantini und Kurt Jara standen zur Diskussion, haben aber bereits abgesagt.

Landesrätin Hosp erklärte in einer ersten Reaktion: "Ich muss mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, dass Gerhard Stocker die angebotene Hilfe nicht annehmen will. Unter diesen Umständen sehe ich die Rettung des FC Wacker als Bundesligaverein nicht machbar. Nicht die Politik, sondern Stocker als Vereinsobmann ist in Verzug."

Mit Ende der Saison droht Lizenzentzug
Beim FC Wacker Innsbruck war vorerst niemand - auch Stocker selbst nicht - für eine Stellungnahme erreichbar. Ohne Entschuldung des Clubs droht dem FC Wacker, der schon jetzt unter Aufsicht der Bundesliga steht, der Lizenzentzug mit Ende der Saison. Mit Andreas Perger ist am Montag schon das erste Vorstandsmitglied der Innsbrucker zurückgetreten. Sportlich liegt Wacker derzeit als Schlusslicht sechs Zähler hinter dem rettenden neunten Platz.

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