13.07.2007 09:06 |

Sicher gelandet

Erster Eurofighter sicher in Zeltweg gelandet

Österreich hat seinen ersten Eurofighter. Punkt 10.45 Uhr ist der erste Jet am Donnerstag in Zeltweg gelandet. Er flog in Begleitung zweier F-5 und einer Saab-105 ein und setzte dann nach einer Ehrenrunde zur Landung an. Weder Verteidigungsminister Darabos noch der Oberbefehlshaber des Bundesheeres, Bundespräsident Fischer, waren allerdings anwesend. Sie absolvieren lieber einen Staatsbesuch in Mazedonien.

Der Jet wurde nach alter Luftwaffentradition symbolisch willkommen geheißen, indem er durch einen Wasserbogen rollte (Bild). Nach der Landung wurde zur Begrüßung von der steirischen Militärmusik der "Fliegermarsch" gespielt, bevor der Pilot aus dem Jet stieg und vom Chef des Streitkräftekommandos, Generalmajor Günter Höfler, begrüßt wurde.

Die Bevölkerung bekam von all dem allerdings kaum etwas mit: Das Gelände rund um den steirischen Fliegerhorst war weiträumig abgesperrt. Zaungäste konnten daher die Landung nicht miterleben. Der Anflug dürfte aber auch für sie sichtbar und hörbar gewesen sein. Nach Wunsch des Verteidigungsministers, der derzeit mit Bundespräsident Fischer in Mazedonien unterwegs ist, sollte es zudem ja auch kein Volksfest werden.

Bescheidener Empfang und Seitenhiebe auf Darabos
Die offizielle Begrüßung übernahm daher statt des Ressortchefs der Streitkräftekommandant Generalleutnant Günter Höfler. Als einziges Regierungsmitglied war Wirtschaftsminister Bartenstein gekommen. Bartenstein meinte, sich "die Freiheit genommen zu haben" und sich eingeladen zu fühlen. Darabos hätte es für in Ordnung befunden, wenn er dem Jet-Empfang beiwohne. Die Steiermark war durch Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer vertreten. Anwesend war auch der ÖVP-Abgeordnete Amon.

Seitenhiebe auf den Heeresminister setzte es auch von militärischer Seite. Streitkräftekommandant Höfler übte deutliche Kritik an der Reduktion der Stückzahl von 18 auf 15. Er bezeichnet diese Entscheidung als "Faktum", das man akzeptieren müsse. Der Generalleutnant appellierte, die Diskussionen zu beenden und zeigte sich überzeugt, dass viele Österreicher in Zukunft auf die neuen Flieger stolz sein werden.

Unter Beschuss genommen wurde Darabos auch von der Opposition. "Der erste Eurofighter landet, und der Verteidigungsminister flüchtet", spottete etwa FPÖ-Chef Strache. BZÖ-Chef Westenthaler sprach vom "dritten riesigen Sündenfall der SPÖ". Für die Grünen ist die SPÖ mit dem heutigen Tag zur "Eurofighter-Partei" geworden.

Jahrelang auf Eurofighter vorbereitet
Für die Landung des Eurofighters wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen: So erhielt die Wache Verstärkung durch eine Jägerkompanie, außerdem waren zusätzliche Soldaten der Militärstreife im Einsatz.

Seit zwei Jahren hatte man sich in Zeltweg auf die neuen Flugzeuge vorbereitet. 60 Millionen Euro beträgt der so genannte Errichtungsetat für die notwendigen Umbauarbeiten. Seitens der Gemeinde habe es keine Vorbereitungen für einen Empfang "mit Bomben und Granaten" gegeben, kommentierte Zeltwegs Bürgermeister Leitner das Ereignis im Vorfeld.

Noch drei Jets in diesem Jahr
Da sich der Flieger vor der offiziellen Übergabe in der Steiermark noch in deutschem Eigentum befand, wurde der Eurofighter nicht von einem Österreicher eingeflogen. Erst nach einem formalen Übergabeprocedere und umfangreichen Tests gehört der Jet offiziell der Republik, erklärte Wolfdietrich Hoeveler von der Herstellerfirma.

In diesem Jahr werden noch drei weitere Jets nach Österreich geliefert. Laut Hoeveler sind jeweils für die Monate August, Oktober und Dezember die Landungen der drei Flugzeuge geplant. Bis Mitte 2008 sollen dann alle neun "neuen Jets" in Österreich gelandet sein. Danach werden noch sechs gebrauchte Flieger geliefert, die bei der deutschen Luftwaffe bereits im Einsatz waren.

Turbulentes Ende nach jahrelangem Streit
Der Landung ist ein jahrelanger Streit mit einem turbulenten Ende vorausgegangen. Die Anschaffung der Jets wurde unter der schwarz-blauen Regierung beschlossen. Die Entscheidung für den Eurofighter war auf Grund der hohen Anschaffungskosten stets stark umstritten. Die SPÖ hatte im Wahlkampf 2006 die Abbestellung versprochen, wozu es allerdings nicht kommen sollte. Nach gewonnener Wahl einigte sich Darabos mit der Eurofighter-GmbH auf eine Reduktion der Stückzahl von 18 auf 15. Der Minister spricht von eingesparten 370 bis 400 Millionen Euro durch den Deal.

Bilder von der Landung in Zeltweg findest du in der Infobox.

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