30.05.2007 16:25 |

"Inland Empire"

David Lynch irritiert wieder: "Inland Empire"

Mit "Inland Empire" kehrt David Lynch auf die Kino-Leinwand zurück. Im Gepäck hat er einen - natürlich - logikfreien Film, der 2006 bei den Filmfestspielen Venedig seine Premiere feierte. Wovon der Film handelt? Lynch erklärte damals, jeder Zuschauer müsse es für sich selbst herausfinden; es sei ein Blick durch "verschwommene Scheiben des menschlichen Ichs auf dunkle Abgründe".

In dem faszinierenden Part für einen Film sieht der verblassende Star Nikki Grace (Laura Dern) eine letzte Chance für ein Comeback. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es sich dabei um ein Remake eines nie vollendeten Streifens aus den 30er Jahren handelt, dessen Hauptdarsteller unter mysteriösen Umständen zu Tode kamen...

Universum ohne Logik
Ein neuer hypnotisch-irritierender Trip von Regie-Avantgardist David Lynch, dessen cinematographisches, absolut logikfreies Universum nach eigenen Gesetzen funktioniert: Filmszenarien und Realität blenden ineinander, Traumeinschübe entwickeln ein schizophren-labyrinthisches Eigenleben, das an freudianische Interpretationsvielfalt appelliert.

Fazit: ein kryptisch-exzentrisches „Kunstprojekt“, ja eigentlich ein Schreckgespenst von einem Film, dem Laura Dern, Lynchs Muse, die schon in „Wild at Heart“ und „Blue Velvet“ mitspielte, doch so etwas wie Seele verleiht. Das Credo des Kult-Regisseurs: Jeder Mensch trägt eine verborgene Welt in sich! Und dafür gibt es kein Navigationssystem.

Von Christina Krisch, Kronen Zeitung

Dienstag, 22. Juni 2021
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