Nach Turin-Skandal

Lebenslange Sperren für sechs ÖSV-Athleten

Sport
25.04.2007 15:45
Wegen der Verwicklung in den Doping-Skandal bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen lebenslangen Olympia-Bann gegen sechs österreichische Sportler verhängt. Dies bestätigte am Mittwoch nach der Exekutiv-Sitzung in Peking IOC-Präsident Jacques Rogge.

Von der Sperre betroffen sind nach Angaben von Heinz Jungwirth, Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees, die Biathleten Wolfgang Rottmann und Wolfgang Perner sowie die Skilangläufer Roland Diethart, Johannes Eder, Jürgen Pinter und Martin Tauber.

Ihre Ergebnisse von Turin werden zudem gestrichen, entschied das Exekutiv-Komitee des IOC am Mittwoch auf seiner Sitzung in Peking. Das Gremium hatte als Grundlage für seine Entscheidung eine Empfehlung der dreiköpfigen Disziplinarkommission erhalten, die den Fall der ÖOC-Athleten geprüft hatte. Zu der Anhörung vor der Kommission in Lausanne war keiner der eingeladenen Athleten angereist, sie hatten sich schriftlich geäußert.

Auch Christian Hoffmann, der wegen einer Erkrankung gar nicht bei Olympia in Turin war, wurde in Peking zum Thema. In seinem Fall traf das IOC jedoch keine Entscheidung, sondern verwies die Sache an den Internationalen Ski-Verband (FIS) zur weiteren Behandlung.

Auch die FIS wird jetzt prüfen
Nach der Entscheidung des IOC wird die FIS auch die Fälle der sechs von Olympia ausgeschlossenen Athleten prüfen. Ihnen drohen Sperren wegen Dopings. Bei Razzien der italienischen Polizei am späten Abend des 18. Februar waren in den Quartieren der Biathleten und Langläufer laut italienischer Staatsanwaltschaft Substanzen und Geräte gefunden worden, die für Doping geeignet sind. Rottmann und Perner hatten ihre Karrieren bereits beendet.

Auf Grundlage eines Anti-Doping-Gesetzes hatte die italienische Staatsanwaltschaft während der Turin-Spiele Olympia-Quartiere der österreichischen Sportler durchsuchen lassen und dabei zumindest Hilfsmittel für verbotene Doping-Methoden entdeckt. Auslöser der Razzien war die Anwesenheit des österreichischen Trainers Walter Mayer in den Unterkünften. Der Coach war wegen der so genannten "Blutbeutel-Affäre" 2002 in Salt Lake City vom IOC bis 2010 für Winterspiele gesperrt worden.

Die Dopingproben von insgesamt zehn in den Skandal involvierten Biathleten und Langläufern aus Österreich waren alle negativ gewesen.

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