Mo, 16. Juli 2018

Anordnung der Justiz

27.11.2017 11:16

USA: Tabakkonzerne müssen gegen das Rauchen werben

In den USA haben die Tabakkonzerne am Wochenende ihre von der Justiz angeordnete Werbekampagne gegen das Rauchen gestartet. "Rauchen tötet im Schnitt 1200 Amerikaner - täglich", heißt es in den sehr schlichten Anzeigen mit schwarzer Schrift auf weißem Grund, die in den großen US-Sonntagszeitungen veröffentlicht wurden.

Ein Gericht habe R.J. Reynolds Tobacco, Philip Morris USA, Altria und Lorillard dazu verpflichtet, eine Erklärung zu den gesundheitlichen Folgen des Rauchens abzugeben, so die Konzerne in der Anzeige. Weiter heißt es: "Jedes Jahr sterben mehr Menschen an den Folgen des Rauchens als durch Mord, Aids, Suizid, Drogen, Autounfälle und Alkoholkonsum zusammen." Aufgeführt werden zudem diverse Krankheiten, für die das Rauchen verantwortlich ist.

Elf Jahre altes Urteil wird nun umgesetzt
Das Urteil fiel bereits vor elf Jahren - Richterin Gladys Kessler hatte 2006 in einer mehr als 1600 Seiten starken Begründung geurteilt, dass die Tabakkonzerne das Gesetz brachen, indem sie die Öffentlichkeit jahrzehntelang über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens belogen hatten. Sie ordnete eine Gegendarstellung an - über die genaue Wortwahl stritten die Anwälte beider Seiten jahrelang.

Schließlich einigte man sich 2014, dass die entsprechenden Anzeigen in allen wichtigen US-Sonntagszeitungen abgedruckt, zur Hauptsendezeit im Fernsehen ausgestrahlt (siehe Clip unten) und auf den Packungen zitiert werden müssen - und zwar ein Jahr lang.

"Bedeutender Sieg für öffentliche Gesundheit"
Die Krebs-Gesellschaft in den USA, die bei der Formulierung der Anzeigen mitgewirkt hat, nannte die Werbekampagne einen "bedeutenden Sieg für die öffentliche Gesundheit". Die Tabakindustrie habe Millionen von Menschen mit ihren Produkten gezielt abhängig gemacht - Produkten, von denen sie wussten, dass sie die Hälfte der Menschen vorzeitig töten würden.

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