Mi, 12. Dezember 2018

Nicola Werdenigg

25.11.2017 12:07

Sexueller Missbrauch? Staatsanwaltschaft ermittelt

In der Causa um die Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen Skirennläuferin Nicola Werdenigg hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Ermittlungsverfahren gegen "unbekannte Täter" eingeleitet. Fragen zu einer möglichen Verjährung müssen erst geklärt werden.

Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe, Machtspiele: Nicola Werdeniggs (geborene Spieß) Aussagen sind ein Schrei aus der Vergangenheit. Ein Schrei, auf den alle hellhörig wurden. Die Ex-Skirennläuferin behauptet, 1975 von einem damals im ÖSV-Milieu tätigen Mann vergewaltigt worden zu sein. Zudem sagt die Olympia-Vierte, sie kenne auch einen Fall aus 2005, der sogar an die Mannschaftsführung herangetragen wurde. Diese angeblichen Vorfälle aus dem Jahr 2005 bilden den Gegenstand des nun eingeleiteten Ermittlungsverfahrens, aber auch alle anderen von der ehemaligen Skirennläuferin öffentlich gemachten Vorwürfe sollen überprüft werden.

Seitens des ÖSV hatte es geheißen, die Aussagen von Werdenigg seien sehr ernst zu nehmen. Die 2005 zuständigen sportlichen Verantwortlichen Herbert Mandl und Hans Pum seien zu den erhobenen Vorwürfen befragt worden. Beiden sei jedoch kein Vorfall bekannt. Der ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel (unten) hatte im Namen des ÖSV die ehemalige Skirennläuferin ersucht, Details bekannt zu geben und Namen zu nennen. Diese hatte jedoch bereits im "ZiB 2"-Interview angekündigt, öffentlich keine Namen zu nennen.

Wenn sie der Polizei doch Namen nennt, könnten die eventuellen Täter doch zur Verantwortung gezogen werden. Grundsätzlich würde beispielsweise der Straftatbestand einer Vergewaltigung nach zehn Jahren verjähren. Sollte der Täter aber in der Zwischenzeit weitere Straftaten begehen, so könnte die Verjährungsfrist auch verlängert werden.

Kirchgasser hat nichts Derartiges mitbekommen
Auch in Killington, beim Damen-Weltcup, bekam man die Aussagen der ehemaligen Olympionikin mit. Michaela Kirchgasser (unten im Bild), sagte diesbezüglich, sie hat nie etwas von sexuellem Missbrauch im österreichischen Team mitbekommen. "Mir ist nie etwas Derartiges passiert oder aufgefallen. Ganz im Gegenteil: Der Verband hat immer für ein perfektes Umfeld für uns Läuferinnen gesorgt."

Trotzdem ermitteln nun nach den Missbrauchsvorwürfen von Ex-Rennläuferin Nicola Werdenigg die Staatsanwaltschaft Innsbruck und das Landeskriminalamt. Es wurde ein Verfahren gegen "unbekannte Täter" eingeleitet. Peter Schröcksnadel behält sich unterdessen aber auch juristische Schritte wegen übler Nachrede vor. Denn sollten sich die Vorwürfe im Endeffekt nicht bestätigen, könne der Verband das nicht auf sich sitzen lassen.

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