Di, 14. August 2018

"Krone"-Interview

21.11.2017 07:25

Assinger: "Kein Wunder, dass Kinder blad sind!"

Das erste Wochenende seit der offiziellen Installation der neuen Bundessport GmbH ist vorüber: Im Interview mit der "Krone" spricht deren Aufsichtsratsvorsitzender Armin Assinger über Missstände.

"Krone":Herr Assinger, hatten Sie schon Zeit, sich mit der doch recht neuen Materie mit ihren Dachverbänden, Fördersystemen und so weiter auseinanderzusetzen?
Armin Assinger: Ich lernte Minister Hans Peter Doskozil im März kennen, im Juni fragte er mich, ob ich mir so etwas vorstellen könne. Ich sagte dann relativ rasch: ,Ja, da mache ich mit!’ Weil es eine ideale Möglichkeit ist, sich für den österreichischen Sport einzusetzen. Der mir als Ex-Rennläufer natürlich ein großes Anliegen ist.

In dem aber bei Gott nicht alles rund läuft, oder?
Eines kann ich jetzt schon klipp und klar sagen: Geld wäre genug da! Es fragt sich nur, wie viel davon auch dort ankommt, wo es hingehört. Und wo das versickert, das eben nicht dort ankommt.

Also passt offensichtlich irgendwas bei der Kontrolle des Fördersystems nicht?
Wann immer in den letzten Wochen Zeit war, habe ich das neue Sportgesetz gelesen. 43 Seiten, Punkt für Punkt. Die "Millionenshow" war in dieser Zeit wirklich eine klasse Abwechslung. Sich aber durch den Förderdschungel in unserem Land zu arbeiten, ist sogar noch schwieriger. Und wie gesagt: Die Infrastruktur im österreichischen Sport ist in vielerlei Hinsicht wirklich unter jeder Sau.

Zum Beispiel?
Im Schwimmen etwa. Im ganzen Land gibt es vier oder fünf 50-Meter-Becken, die noch dazu meist stundenlang von Pensionisten besetzt sind. Logisch, dass da einer wie der Felix Auböck in die USA gehen muss, wenn er halbwegs vernünftig arbeiten will. Oder auch, was Voraussetzungen für den Nachwuchssport betrifft. Erst dieser Tage war viel vom Iso-Syndrom zu hören: Davon, dass Kinder permanent auf ihr Handy starren, ohne sich zu bewegen. Wenn wir aber die Voraussetzungen für Bewegungsmöglichkeiten nicht schaffen, ist es auch kein Wunder, dass viele von ihnen blad sind oder keinen Purzelbaum können.

Die Schweiz hat sich eben zum vierten Mal in Serie für eine WM qualifiziert, Österreich in dieser Zeit nie - muss man also auch im Fußballsport eingreifen? Oder zumindest einiges verbessern?
Red Bull Salzburg etwa zeigt uns vor, wie Nachwuchsarbeit zu funktionieren hat. Und grundsätzlich sind im Fußball viele Strukturen auch sonst vorhanden. In anderen Sportarten ist der Handlungsbedarf viel größer. Und das sagt ohnehin schon sehr viel aus.

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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