Mo, 18. Juni 2018

Lauda geht leer aus

21.09.2017 20:14

Air-Berlin-Poker: FlyNiki geht wohl an Lufthansa

Niki Lauda geht bei den Verhandlungen um die von ihm gegründete Fluglinie FlyNiki wohl leer aus. Air Berlin, zu der FlyNiki gehört, steht knapp 40 Jahre nach der Gründung vor der Zerschlagung. Den Löwenanteil soll die AUA-Mutter Lufthansa übernehmen, wie aus Insiderkreisen zu hören ist. "Die Lufthansa bekommt den größten Teil", sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter am Donnerstag. Darin enthalten sei auch die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki.

Weitere Teile sollen an die britische Billigfluglinie EasyJet gehen, ein weiterer Teil eventuell an die Thomas Cook-Tochter Condor, mit der Niki Lauda ein Angebot gelegt hat. Darauf habe sich der Gläubigerausschuss verständigt, wie auch ein zweiter Insider gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Andere Fluglinien meldeten im Vorfeld Bedenken an, wonach Lufthansa bei einer Übernahme von Air Berlin eine Monopolstellung hätte.

Der Vorstandschef der "Kranich"-Airline, Carsten Spohr, hatte am Vorabend angekündigt, der Konzern wolle die 38 bereits angemieteten Mittelstrecken-Maschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin kaufen. Käme es so, würde Lufthansa etwa die Hälfte der Flotte übernehmen. Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad die Reißleine gezogen hatte und weitere Geldspritzen verweigerte. Nur dank eines umstrittenen Staatskredits über 150 Millionen Euro kann der Flugbetrieb derzeit fortgesetzt werden.

Kaum Interesse an Langstrecken
Bis Freitag waren mindestens sechs Angebote für die komplette Fluggesellschaft oder Teile davon eingegangen. Die Ferien-Linie Niki zählte dabei zu den begehrtesten Teilen der Air Berlin, an den Langstrecken hatten die Bieter hingegen kaum Interesse.

"Wir glauben, bald bis zu 3000 neue Mitarbeiter begrüßen zu können", hatte Spohr am Mittwoch gesagt. In welchem Umfang mit Easyjet und eventuell Condor verhandelt wird, ist noch noch offen. Easyjet interessiert sich für Kurz- und Mittelstrecken. Zu den Bietern zählten auch die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG (International Airlines Group). Angebote kamen auch von den Unternehmern Utz Claassen, Hans Rudolf Wöhrl und verspätet auch von Jonathan Pang, dem chinesischen Betreiber des Flughafens Parchim.

2800 Mitarbeiter werden wohl nicht übernommen
Insgesamt hat die zweitgrößte deutsche Airline mehr als 8000 Beschäftigte. Der Betriebsrat von Air Berlin befürchtet, dass die rund 2800 Mitarbeiter außerhalb des Flugbetriebs in Verwaltung und Technik schlechte Aussichten auf eine Übernahme haben. Für die Techniksparte der insolventen Air Berlin können Kaufinteressenten noch bis zum 6. Oktober Angebote abgeben, für die Fluggesellschaft selbst war die Bieterfrist schon vor einer Woche abgelaufen. Investoren bei der Technik müssten laut Air Berlin erst einmal Klarheit haben, wie es mit der Airline weitergeht, bevor sie passende Angebote abgeben können.

"Auch für diese Sparte der Air Berlin gibt es Interessenten", hieß es. Gespräche mit potenziellen Investoren seien auf positive Resonanz gestoßen. Ein Angebot für die Technik mit rund 850 Beschäftigten in Berlin und Düsseldorf hat bereits der Berliner Logistiker Zeitfracht abgegeben.

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