07.09.2017 16:56 |

"Krone"-Interview

Wimmer: "Sehe die 19 Millionen als Wertschätzung"

Knapp vor Schluss der Transferzeit wechselte Kevin Wimmer Ende August innerhalb der englischen Premier League um 19,4 Millionen Euro von Tottenham zu Stoke City, am Wochenende könnte er erstmals für seinen neuen Klub auflaufen. Im "Krone"-Interview spricht er über das Leben auf der Insel, das Nationalteam, etc.

"Krone": Du bist jetzt knapp zwei Wochen in Stoke - schon eingelebt?
Kevin Wimmer: Es geht, ich lebe noch im Hotel, suche aber intensiv nach einer Wohnung in Manchester.

"Krone": Also so wie früher Marko Arnautovic. Ein Tipp von ihm?
Wimmer: Auch. Aber hier leben fast alle Spieler. In Stoke gibt es ja nicht so viel.

"Krone": Transfer-Gerüchte gab es um dich viele - warum der Wechsel in letzter Minute?
Wimmer: Weil Tottenham mich erst abgeben wollte, wenn man einen anderen Innenverteidiger gefunden hat. Daher musste ich mich gedulden. Das war keine einfache Zeit.

"Krone": Warum Stoke, es kursierten auch größere Klubs?
Wimmer: Wir haben früh Gespräche geführt, vor allem mit Trainer Hughes. Sie wollten mich unbedingt, da hatte ich das beste Gefühl. Das ist ein gestandener Klub, hohe Professionalität, super Atmosphäre im Stadion, aber ruhiges Umfeld - ich wollte unbedingt zu Stoke.

"Krone": Was dem Klub 19,4 Millionen Euro wert war. Damit hast du deine Ablöse fast vervierfacht. Obwohl du bei den Spurs kaum gespielt hast.
Wimmer: (schmunzelt) Eigentlich ein Wahnsinn. Aber in diesem Sommer hat alles andere Ausmaße angenommen. Ich sehe das als Wertschätzung, es freut und ehrt mich.

"Krone": Du bist damit auch der zweitteuerste Kauf in der Klub-Geschichte - spürst du besonderen Druck?
Wimmer: Nein, aber ich will das Vertrauen zurückzahlen. Tottenham war eine tolle Erfahrung. Wir hatten zwei Jahre die beste Abwehr der Premier League, da war es schwer reinzukommen. Aber ich habe mich dort enorm entwickelt, Erfahrung gesammelt, das war ein guter Lernprozess.

"Krone": Bei deinem Debüt kommt gleich Tabellenführer Manchester United nach Stoke, schwerer geht's wohl kaum - mit dir in der Startelf?
Wimmer: Das weiß ich nicht. Ich komme nicht hierher und stelle Ansprüche. Ich nehme die Situation an, will mir ein Leiberl erkämpfen.

"Krone": Ist die Premier League die stärkste Liga in Europa?
Wimmer: Schwer zu sagen. Die deutsche Liga ist vielleicht schöner anzuschauen. Aber mich fasziniert die Intensität, hier geht es rauf und runter, ohne Pausen. Und die Physis kommt mir auch entgegen.

"Krone": Wie viel Engländer steckt nach zwei Jahren in dir?
Wimmer: (lacht) Ich denke oft schon in Englisch, die Sprache nimmt man an. Aber an das Frühstück werde ich mich nie gewöhnen, die Restaurants meide ich.

"Krone": Und wie schaut's mit einer Rückkehr ins ÖFB-Team aus? Zuletzt warst du auf Abruf.
Wimmer: Ich habe beim 0:1 gegen Wales vorm TV mitgelitten. Das war bitter, spiegelte die ganze Quali wider. Für mich gibt es nichts Schöneres, als für Österreich zu spielen. Ich will mich jetzt wieder aufdrängen.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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