Mi, 17. Juli 2019
20.08.2017 19:05

Silberstein-Affäre

Debatte in der SPÖ: Was tun mit Alfred Gusenbauer?

Überschattet von einer SPÖ-internen Debatte über die Rolle von Alfred Gusenbauer in den diversen Firmenkonstruktionen des in Israel vorübergehend verhafteten Kanzler-Beraters Tal Silberstein, hat Christian Kern am Sonntag in Kärnten seine Wahlkampftour quer durch Österreich gestartet.

Die Gusenbauer-Debatte in der SPÖ geht jetzt darum, ob der ehemalige sozialdemokratische Kurzzeit-Kanzler für die Partei noch tragbar ist. Am Wochenende sind weitere Berichte erschienen, die Gusenbauer in den dubiosen Verflechtungen der Silberstein-Geschäfte involviert sehen.

In der SPÖ wird befürchtet, dass Gusenbauer für die Werbekampagne des SPÖ-Spitzenkandidaten Christian Kern zur Belastung wird.

Kommentar von Claus Pándi: Eine Frage der Glaubwürdigkeit
Vulgär. So bezeichnet der den Sozialdemokraten verbundene Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier den ehemaligen SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer.

Eine Belastung für die Partei. So wird Alfred Gusenbauer von Robert Misik, Vertrauter und Biograf des aktuell amtierenden Bundeskanzlers und SPÖ-Chefs Christian Kern, gesehen.

Und der den Genossen durchaus mit Sympathie gegenüberstehende Politikwissenschaftler Hubert Sickinger stellt zu Gusenbauers Präsidentenamt in der SPÖ-Parteiakademie, dem Renner-Institut, die entscheidende Frage: "Sind seine geschäftlichen Aktivitäten mit sozialdemokratischen Werten vereinbar?"

Dieser kollektive Wutanfall über Gusenbauer, der bisher als peinlicher Angeber ignoriert werden konnte, hängt mit der vorübergehenden Verhaftung des engen Kanzler-Beraters Tal Silberstein zusammen. Bei Silbersteins dubiosem Netzwerk der Glücksritter taucht auch immer wieder der Name des gescheiterten SPÖ-Vorsitzenden Gusenbauer auf. Da geht es unter anderem um Diamanten, Gold und Grundstücksspekulationen. Geschäfte, die vielleicht irgendwie legal sind, aber unvereinbar mit den angeblichen Moralvorstellungen der Sozialdemokratie.

Die Affäre Silberstein ist eine Affäre Gusenbauer. Sich von Gusenbauer zu trennen ist für die SPÖ eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wäre Gusenbauer ein Ehrenmann und echter Freund von Christian Kern, hätte er die Partei schon von sich aus verlassen.

Kronen Zeitung

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