Mi, 19. Dezember 2018

Land völlig zerstört

11.07.2017 06:00

Syrien: 226 Milliarden Dollar Schaden durch Krieg

Der Bürgerkrieg hat in Syrien laut einer Studie bisher einen wirtschaftlichen Schaden von 226 Milliarden Dollar (198 Milliarden Euro) angerichtet. "Der Krieg in Syrien zerreißt die soziale und wirtschaftliche Struktur des Landes", erklärte der Vizepräsident der Weltbank für Nahost und Nordafrika, Hafez Ghanem.

Der Verlust von Menschenleben sei "verheerend", doch der Krieg zerstöre auch die "Institutionen und Systeme", ohne die eine Gesellschaft nicht funktionieren könne.

Mehr als ein Viertel der Häuser in Syrien seien zerstört worden und etwa die Hälfte der Bildungseinrichtungen sowie der medizinischen Infrastruktur. Laut den Schätzungen der Weltbank starben im syrischen Bürgerkrieg mehr Menschen aufgrund der mangelhaften Gesundheitsversorgung als durch direkte Kampfhandlungen.

Bürgerkrieg vernichtet Jobs
Der Studie zufolge gingen in Syrien zwischen 2010 und 2015 jährlich im Schnitt 538.000 Arbeitsplätze verloren. Neun Millionen Menschen und damit mehr als drei Viertel der Syrer im arbeitsfähigen Alter haben demnach weder einen Job noch absolvieren sie derzeit eine Schul- oder Berufsausbildung. "Die langfristigen Folgen dieser Untätigkeit wird ein kollektiver Verlust des Humankapitals sein, der zu einem Mangel an Qualifikation in Syrien führen wird", hieß es in dem Weltbank-Bericht.

Negative Folgen werden noch lange nach Kriegsende spürbar sein
Die Untersuchung beruht auf der Auswertung von Satelliten-Aufnahmen und Berechnungen auf Grundlage eines wissenschaftlichen Modells. Die Wirtschaft des Landes wird sich nach Einschätzung der Weltbank auch nach dem Ende des Bürgerkriegs nur langsam erholen. Sollte der Konflikt noch in diesem Jahr beendet werden, könnte die Wirtschaftsleistung in Syrien nach Einschätzung der Weltbank binnen vier Jahren 41 Prozent des Vorkriegsniveaus erreichen. Mit fortschreitender Kriegsdauer verschlechtere sich die Prognose jedoch.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden seit dem Frühjahr 2011 mehr als 320.000 Menschen getötet, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ergriff die Flucht. Große Teile des Landes liegen in Trümmern.

 krone.at
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