Mo, 17. Dezember 2018

Patientenbeschwerden

18.05.2017 15:56

Horror-Zahnarzt arbeitete für Gericht

Immer neue Details gibt es zum Horror-Zahnarzt von Klagenfurt: Wie berichtet, beschweren sich seit Jahren Patienten über seine Behandlungen sowie die Honorare. Die Gebietskrankenkasse hatte ihn deshalb schon 2015 gekündigt - doch er kämpft dagegen mit allen Tricks. Dass seine Frau Richterin ist, kommt ihm zu Gute.

"Gerichtssachverständiger. Alle Kassen." - Begriffe auf der Tafel des Zahnarztes, die angesichts der massiven Vorwürfe zu hinterfragen sind. Allein bei Patientenanwältin Angelika Schiwek liegen 31 Fälle auf!

Punkt eins ist besonders umstritten. Wie kann der Mediziner nach wie vor auf der Gutachterliste eingetragen sein? "Es gilt die Unschuldsvermutung, wie bei jedem", erklärt Justizsprecher Manfred Herrnhofer. "Aber wir haben jetzt von uns aus ein Verfahren eingeleitet, um etwa seine Zuverlässigkeit zu überprüfen."

Noch kurioser ist der nach wie vor aufrechte Kassenvertrag des Mediziners. "Wir haben ihn im September 2015 gekündigt", berichtet GKK-Direktor Maximilian Miggitsch. "Aber er hat dagegen Einspruch erhoben." Ein Schiedsgericht muss entscheiden - tut es aber nicht. Miggitsch: "Die lange Verfahrensdauer ist sehr auffällig." Grund dafür könnte sein, dass ein ehemaliger Richter und Kollege der Zahnarztgattin dieses Verfahren führt. Die Optik für das Ehepaar - und die Justiz - ist verheerend!

Kerstin Wassermann, Kärntner Krone

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