10.11.2006 17:10 |

Hundefutter im Menü

2,1 Millionen Dollar für bösen "Kollegen-Streich"

Ein Feuerwehrmann in den USA erhält eine Millionenentschädigung, weil ihm Kollegen Hundefutter ins Essen gemischt haben. Die Stadt Los Angeles muss dem 51 Jahre alten Tennie Pierce umgerechnet 2,1 Millionen Euro zahlen. Nach dem Vorfall im Oktober 2004 hatte der afroamerikanische Feuerwehrmann wegen Rassendiskriminierung und Belästigung unter anderem die städtische Feuerwehr verklagt. Mit der vom Stadtrat bewilligten Zahlung wurde die Klage nun außergerichtlich beigelegt.

Er habe „einen großen Bissen zu sich genommen und bemerkt, dass andere Feuerwehrleute lachten“, führte Pierce in seiner Klage an. Niemand habe ihn darüber aufgeklärt, dass drei Kollegen Hundefutter unter seine Spaghetti-Mahlzeit gemischt hatten. Nach dem Vorfall sei er noch über ein Jahr lang gehänselt und erniedrigt worden.

Ein Anwalt der Feuerwehrleute sprach von einem „harmlosen Streich“, der nichts mit der Hautfarbe des Mannes zu tun hatte. Die Anwälte von Pierce führten dagegen Rassendiskriminierung als Motiv an. Feuerwehrchef William Bamattre räumte ein, dass der „untragbare“ Vorfall die Richtlinien am Arbeitsplatz verletzt habe.

Über die Hälfte der 3600 Feuerwehrleute in Los Angeles sind weiß. Schwarze Brandbekämpfer machen nur 12 Prozent des Einsatzteams aus. Frauen sind mit 2,7 Prozent die kleinste Gruppe. Anfang der 90er Jahren waren viele Diskriminierungsvorwürfe, vor allem von Schwarzen und Frauen, laut geworden. Nach einer internen Untersuchung trat 1994 der damalige Chef der Feuerwehr zurück.