Di, 20. November 2018

Neuer Marvel-Hit

26.10.2016 13:00

"Inception" lässt grüßen: "Doctor Strange"

Eine Prise Dr. House, ein ordentlicher Schuss Sherlock Holmes und reichlich magische Fähigkeiten: Wer sich diesen Cocktail mixt, der erhält "Doctor Strange" (Kinostart: 27. Oktober) und so das neueste Kinoabenteuer aus dem Hause Marvel. Passenderweise verkörpert Sherlock himself, Benedict Cumberbatch, den liebenswürdig-egozentrischen Helden, der sich zur bombastischen Weltrettung aufschwingt.

Mittlerweile ist es ja gar nicht mehr so leicht, mit dem Hollywood-Output in Sachen Comicverfilmungen Schritt zu halten. Denn nach Marvel, das bereits seit Jahren an einer stetig wachsenden Armada an muskelbepackten Hünen, geheimnisvollen Rächern und einigen wenigen weiblichen Akzenten baut, hat sich auch DC auf mehrteilige und ineinander verschachtelte Erzählungen besonnen - siehe den im Frühjahr vom Stapel gelassenen Kraftakt "Batman v Superman", der eigentlich nur als Startvehikel für die "Justice League" dient.

In Sachen Solofilmen sonnt sich Marvel aber noch auf dem einsamen Thron: Von "Ant-Man" bis "Thor" reicht die Auswahl, und auch was die Umsetzung betrifft hat man sich teils freigespielt, wird ebenso seriös und ernst Jagd auf Schurken gemacht wie mit reichlich Augenzwinkern und expliziten Mitteln, was besonders "Deadpool" vor Augen führte. Bei "Doctor Strange", dieser erstmals Anfang der 1960er in Heftform aufgetauchten Figur, suchen Regisseur Scott Derrickson ("Sinister") und sein Team hingegen die goldene Mitte.

Der Neurochirurg Stephen Strange (Cumberbatch), gleichermaßen erfolgreich wie egoistisch, hat nur für die wichtigsten, sprich die ungewöhnlichsten Fälle Zeit. Doch bald landet er selbst am Operationstisch und scheint ein verheerender Autounfall seiner Karriere ein plötzliches Ende zu setzen. Das Leben wird ihm zwar gerettet, aber nicht ohne Preis: Eingriff um Eingriff lässt er über sich ergehen, um endlich wieder seine Hände benützen zu können - vergeblich. Bis er von Kamar-Taj hört, einem geheimnisvollen Ort in Nepal, wo ihn eine ungewöhnliche Behandlung erwartet...

Mit gehörigem Tempo zieht Derrickson die klassische Einführung eines neuen Superhelden durch, lässt Strange tief fallen, um ihn schließlich mit seinem Schicksal zusammenzuführen: Tilda Swinton ist als glatzköpfige Älteste zu erleben, jene Meisterin der mystischen Künste, die Strange eine neue Welt eröffnet: zig Paralleluniversen, eine Spiegelwelt, aus dem Nichts beschworene Waffen und Schilde sowie die obligatorische Astral-Projektion.

Auch optisch wird keineswegs behutsam umgegangen mit der Bearbeitung von Zeit und Materie, falten sich die Straßenschluchten New Yorks wie eine Ziehharmonika zusammen, werden aufeinandergestapelt, gekrümmt, verbogen und nach Belieben in neue Konstellationen gebracht. Schwerkraft und Kausalität? Für diese Figuren keine Hindernisse. "Doctor Strange" lässt sich in Sachen CGI keineswegs lumpen und bringt hier quasi "Inception" mit "Interstellar" zusammen.

Fazit:Weniger "Avengers"-Bombast-Action, dafür mehr Mystik und Humor: "Doctor Strange" ist der etwas andere Superheldenfilm und profitiert natürlich von der darstellerischen Klasse eines Benedict Cumberbatch. Auch wenn der Streifen teilweise etwas wirr und unlogisch daherkommt, garniert Regisseur Derrickson "Doctor Strange" mit beeindruckenden und fesselnden 3D-Bildern.

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