Fr, 22. März 2019
27.09.2016 13:36

"Schamlose" Tat

Überfall auf Querschnittgelähmten: 14 Jahre Haft

14 Jahre Haft - so lautet das Urteil gegen einen 34-jährigen Rumänen, der im Jänner in Moosbrunn im Bezirk Wien-Umgebung einen brutalen Raubüberfall auf einen 72-jährigen Querschnittgelähmten und dessen Betreuerin begangen hat. "Sie haben die Hilflosigkeit des Opfers schamlos ausgenützt", das rechtfertige eine derart hohe Strafe, sagte Richter Manfred Hohenecker als Begründung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 34-Jährige war gemeinsam mit einem Komplizen - dieser ist bis heute nicht gefasst - bei der Home-Invasion am 12. Jänner gegen 4 Uhr mit Sturmhauben maskiert und einem Messer bewaffnet in das Haus des Pensionisten eingedrungen.

Die Männer dürften auf der Suche nach dem Tresorschlüssel - 20.000 Euro sollten sich in dem Safe des Opfers befinden, den Tipp hatten die Täter laut Staatsanwältin Elisabeth Böhm-Gratzl möglicherweise von einer ehemaligen Betreuerin des späteren Opfers bekommen - mehrere Räume durchsucht haben, ehe sie das Schlafzimmer des Querschnittgelähmten betraten.

Opfer 30 Sekunden lang Polster auf Gesicht gedrückt
Einer der beiden Täter bedrohte den 72-Jährigen mit einem Messer und schlug mit der Faust auf den Mann ein, der Angeklagte soll dem um Hilfe schreienden Pensionisten rund 30 Sekunden lang einen Polster auf das Gesicht gedrückt haben. Als die 43-jährige rumänische Betreuerin des Opfers die Schreie hörte und zu Hilfe kommen wollte, wurde sie vor dem Schlafzimmer bereits mit Schlägen attackiert. Die Täter erbeuteten Bargeld in der Höhe von 500 Euro und flüchteten mit Fahrrädern. Der Pensionist und die Betreuerin trugen bei dem Raubüberfall Prellungen davon.

Durch einen DNA-Treffer in der sogenannten Prüm-Datenbank konnte der Rumäne später ausgeforscht werden. Aufgrund eines EU-Haftbefehls wurde der 34-Jährige in seiner Heimat festgenommen und am 4. Mai nach Österreich ausgeliefert.

Angeklagter: "Bin mitgegangen, weil ich Geld brauchte"
Der Richter sprach von einer "beachtlichen kriminellen Karriere" des Angeklagten. Die Liste an Straftaten ist jedenfalls lang, insgesamt 15 Vorstrafen in mehreren europäischen Ländern sollen es sein. Den Namen seines Mittäters nannte der Beschuldigte vor Gericht nicht, "er hat mir nie gesagt, wie er heißt", beteuerte der 34-Jährige. "Ich bin mitgegangen, weil ich Geld brauchte", übersetzte die Dolmetscherin.

"Er ist ein Profieinbrecher", es sei aber die erste Home-Invasion des 34-Jährigen gewesen, sagte die Staatsanwältin im Schlussvortrag. Die Verteidigung bat um ein mildes Urteil. Der Angeklagte habe den Opfern einen Auftritt vor Gericht erspart. "Es tut mir sehr leid für alles, was ich getan habe", sagte der Mann.

Richter: "Urteil soll sich bis Rumänien durchsprechen"
Der Rumäne wurde schließlich wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls und schweren Raubes verurteilt. Mildernd wirkten sich das reumütige Geständnis des Angeklagten und der Umstand aus, dass er den Opfern den Auftritt als Zeugen vor Gericht erspart hatte. Erschwerend kamen vor allem die 15 Vorstrafen hinzu. Der Strafrahmen betrug aufgrund einer Rückfallverschärfung bis zu 20 Jahre. Das "Urteil mit Augenmaß soll sich bis Rumänien durchsprechen", sagte der Richter.

Der Angeklagte erbat Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

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