22.08.2006 11:05 |

Staatsfeind

China kritisiert Mongolei- Besuch des Dalai Lama

China hat sich bei der Mongolei beschwert, weil das Nachbarland den Dalai Lama zu einem Besuch empfangen hat. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter sei "ein politischer Exilant, der seit langem separatistische Umtriebe unternimmt" und die Einheit Chinas unterhöhle, erklärte das Außenministerium in Peking am Dienstag. China lehne es entschlossen ab, dass ein Land dem Dalai Lama eine Bühne biete.

Der im indischen Exil lebende Friedensnobelpreisträger war am Montagabend in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator eingetroffen und wollte sich am Dienstag mit Geistlichen und Mönchen treffen. Ein politisches Treffen war nicht geplant; der Dalai Lama wohnte aber in einem Gästehaus der mongolischen Regierung.

Am Dienstag strömten tausende Mongolen zu einem Kloster in Ulan Bator und begrüßten den Dalai Lama begeistert. Der Geistliche winkte der Menge lächelnd von dem Heiligtum aus zu. Das Oberhaupt der Tibeter ist inzwischen von seiner einstigen Forderung abgerückt und will nicht mehr die Unabhängigkeit seiner Heimat von China, sondern eine weit reichende Selbstständigkeit. China wirft ihm regelmäßig vor, nach einer Gebietstrennung zu streben.

Dalai Lama lebt seit 1959 im Exil
Es ist der siebte Besuch des Dalai Lama in der Mongolei. Die mehrheitlich von Buddhisten bewohnte Mongolei hat tiefe historische und religiöse Verbindungen zu Tibet. Der Dalai Lama war 1959 nach einem Volksaufstand der Tibeter, den China niederschlug, ins Exil nach Indien geflohen. Für seine Bemühungen, auf die Lage in seiner Heimat aufmerksam zu machen und eine friedliche Lösung für den Konflikt zu erreichen, wurde er 1989 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.