08.08.2006 07:39 |

Rekordstand

Rohöl ist so teuer wie nie zuvor

Nach der vorübergehenden Schließung des größten Ölfelds der USA hat der Rohölpreis am Montag eine neuen historischen Rekordstand erreicht. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete in London zeitweise umgerechnet 61,11 Euro, damit wurde der bisherige Rekordstand von 60,98 Euro von Mitte Juli überschritten.

Seit Beginn der Kämpfe zwischen Israel und Hisbollah im Libanon sind die Ölpreise an den internationalen Märkten gestiegen.

Für weiteren Auftrieb sorgte am Montag die Ankündigung des britischen Mineralölkonzerns BP, das riesige Ölfeld Prudhoe Bay im Norden Alaskas müsse wegen eines Lecks in einer Pipeline zeitweise geschlossen werden. Damit fallen acht Prozent der US-Ölförderung vorübergehend aus. Die US-Regierung erwägt nun, ihre strategischen Ölreserven anzuzapfen. Die USA verbrauchen rund ein Viertel der weltweiten Ölförderung und damit deutlich mehr als jedes andere Land.

OPEC beruhigt trotz Bedenken
Das US-Energieministerium will wie nach dem Hurrikan Katrina darüber nachdenken, den Raffinerien einen Teil seiner Notreserven zur Verfügung zu stellen. Die Internationale Energieagentur schloss einen solchen Schritt jedoch aus. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) zeigte sich in einer Erklärung besorgt über die Schließung. Die freie Produktionskapazität sei jedoch mehr als ausreichend, um den Ausfall auszugleichen.

BP-Aktien leiden unter Ölfeld-Schließung
Die Schließung reduziert die tägliche Produktionsmenge um 400.000 Barrel. Weltweit nimmt die Fördermenge pro Tag damit um ein halbes Prozent ab. BP machte keine Angaben darüber, wie lange das Feld geschlossen bleiben wird. Die BP-Aktien haben durch die Ankündigung der Schließung fast drei Prozent verloren.

Symbolbild