Di, 21. August 2018

17-Jähriger in Haft

24.01.2016 09:25

Kanada nach Blutbad an Schule unter Schock

Ein Schüler hat am Freitag an einer Schule in Kanada um sich geschossen und zwei Menschen getötet. Mehrere weitere Opfer wurden bei dem Vorfall an einer Highschool in La Loche im Norden der Provinz Saskatchewan verletzt. Zwei Verwandte hatte der Schütze zuvor in einem nahe gelegenen Haus erschossen. Es war die schwerste Straftat an einer Schule in Kanada seit 26 Jahren. Das Motiv des 17 Jahre alten Täters war zunächst unklar. Regierungschef Justin Trudeau sprach vom "schlimmsten Albtraum aller Eltern" und von einem "tragischen Tag".

Dem "Star Phoenix" zufolge tötete der Schütze erst zwei junge Verwandte, bevor er sich zur nahe gelegenen Schule aufmachte. "Habe gerade zwei Leute getötet", soll der junge Mann in einem sozialen Netzwerk nach der ersten Tat geschrieben haben.

Nach Angaben von Gemeindebürgermeister Kevin Janvier handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Schüler der Highschool. Die Ermittler teilten später mit, ein 17-jähriger Schüler sei für die Tat verantwortlich. Ihm werde vierfacher Mord und versuchter Mord in sieben Fällen zur Last gelegt. Welches Motiv er gehabt haben könnte, blieb weiter unklar.

Polizei verfolgte Täter minutenlang durch Schulgebäude
Polizeichef Grant St. Germaine schilderte auch die dramatischen Minuten nach der Alarmierung der Sicherheitskräfte durch Augenzeugen: Mehrere Polizisten hätten den mutmaßlichen Täter minutenlang durch das Schulgebäude verfolgt, bevor er sich schließlich ergeben habe. Bei der Festnahme trug er demnach eine geladene Schusswaffe bei sich. Verhandlungen mit ihm seien nicht nötig gewesen.

Zeugen sagten dem Fernsehsender CBC, sie hätten Freitagmittag mindestens sechs Schüsse in dem Gebäude in dem abgelegenen Ort im Mittleren Westen Kanadas gehört. "Ich bin aus der Schule gerannt", sagte der Schüler Noel Desjarlais. Alle hätten laut geschrien. "Es sind sechs, sieben Schüsse gefallen, bevor ich draußen war - ich glaube, danach wurde noch mehrere Male geschossen."

"Viele Menschen stehen unter Schock"
In der Gemeinde La Loche rund 400 Kilometer nordöstlich von Edmonton leben etwa 2500 Menschen. Die meisten von ihnen sind indianischer Abstammung. "Viele Menschen stehen unter Schock, normalerweise sieht man so etwas im Fernsehen", sagte Teddy Clark, ein Vertreter der Ureinwohner. Die Schule besuchen etwa 900 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse. Im betroffenen Gebäude werden die Klassen sieben bis zwölf unterrichtet.

Die Abgeordnete Georgina Joliebois, früher Bürgermeisterin von La Loche, zeigte sich "schockiert und traurig über die Schießerei". Brad Wall, Regierungschef von Saskatchewan, sprach von "entsetzlichen Vorkommnissen" und versprach Unterstützung für die Betroffenen. Der kanadische Tennisstar Milos Raonic widmete seinen Drittrundensieg bei den Australian Open in Melbourne den Menschen in La Loche. "Ganz Kanada und - ich bin mir sicher - die ganze Welt stehen hinter euch", sagte er.

Amokläufe in Kanada relativ selten
Im Vergleich zu den USA sind Amokläufe in Kanada selten. Im Dezember 1989 hatte ein junger Mann in der Polytechnischen Hochschule von Montreal 14 Menschen, darunter zehn Studentinnen, getötet, bevor er sich selbst umbrachte. An der Concordia-Universität in Montreal gab es im August 1992 eine Schießerei mit vier Toten. Ministerpräsident Trudeau kündigte nach dem jüngsten Drama eine Überprüfung der Waffengesetze an.

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