So, 19. August 2018

Zeman legt nach

30.12.2015 18:51

Neujahrsrede: Immigration ist "Invasion"

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman sorgt seit einigen Tagen erneut mit gewagten Sagern über die andauernde Flüchtlingsbewegung für Aufsehen. Dabei handle es sich nämlich um eine "organisierte Invasion" und "keine spontane Bewegung von Flüchtlingen", erklärte der für seine deftigen Wortmeldungen berüchtigte Präsident bei Christbaum und Adventkranz in seiner Weihnachts- und Neujahrsrede.

Er habe Mitgefühl mit Kindern und alten Menschen, so Zeman in seiner Ansprache. Die Mehrheit der Flüchtlinge seien jedoch gesunde Männer ohne Familien, und da stelle er sich die Frage: "Warum nehmen sie nicht die Waffe in die Hand und kämpfen gegen den Islamischen Staat?"

"Wir flohen, um zu kämpfen"
In diesem Zusammenhang erinnerte Zeman auch daran, dass die Tschechen im Zweiten Weltkrieg aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (1939-45) nach Großbritannien geflohen seien, "nicht aber um britische Sozialleistungen zu beziehen, sondern um für die Freiheit ihrer Heimat zu kämpfen."

Zum Schluss seiner Ansprache betonte Zeman: "Dieses Land ist unser! Dieses Land ist nicht und kann nicht für alle sein!"

"Niemand hat euch eingeladen"
Zeman hatte in der Flüchtlingskrise bereits mehrfach mit drastischen Wortmeldungen für Aufregung gesorgt. So sagte er an die Neuankömmlinge gerichtet: "Niemand hat euch hierher eingeladen." Er warf ihnen unter anderem vor, anstelle der tschechischen Gesetze das islamische Recht der Scharia zu achten. "Ungläubigen" Frauen drohe die Steinigung und "Dieben werden die Hände abgehackt".

"Kinder dienen als menschliches Schutzschild für Leute mit iPhones, um die Flüchtlingswelle zu rechtfertigen", polterte der 71-Jährige erst im Oktober in einem Interview.

1400 Asylanträge in Tschechien
In Tschechien haben in diesem Jahr knapp 1400 Menschen Asyl beantragt. Davon wurden nach Angaben des Innenministeriums 70 positiv beschieden. In Österreich rechnet das Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen heuer mit insgesamt 95.000 Asylanträgen. Deutschland verzeichnete Anfang Dezember offiziell eine Million Flüchtlinge seit Jahresbeginn.

Anonymous: "Wo bleibt die Antwort?"
Die Wogen in den Sozialen Netzwerken gehen seit der Rede Zemans hoch. Auf Facebook schrieb etwa das Hacker-Kollektiv Anonymus: "Wo bleibt die Antwort des medial-politischen Komplexes in Deutschland auf die schwerwiegenden Anschuldigungen des tschechischen Präsidenten?" und rief damit zur Diskussion auf. Allein zu diesem Posting gab es am Mittwochabend gut 600 Kommentare.

Lesen Sie auch:

Die Neujahrsrede des tschechischen Präsidenten im Video:

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