Di, 21. August 2018

Schütze gefasst

09.04.2015 17:12

Drei Tote bei Amoklauf im Mailänder Justizpalast

Drei Tote und zwei Schwerverletzte ist die Bilanz eines Amoklaufs im Mailänder Justizpalast am Donnerstag. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen Insolvenzrichter, einen Rechtsanwalt und einen Zeugen bei einem Insolvenzprozess, bei dem der Schütze, ein 57-jähriger Unternehmer, angeklagt war, berichtete der Mailänder Oberstaatsanwalt Edmondo Bruti Liberati.

Der Zustand der beiden Verletzten sei nicht besorgniserregend, hieß es. Der Täter, der 13 Pistolenschüsse abfeuerte, flüchtete mit einem Scooter, wurde aber in der Kleinstadt Vimercate, 30 Kilometer von Mailand entfernt, festgenommen.

Rache als Motiv für tödliche Schüsse
Er wollte dort angeblich auch zwei ehemalige Geschäftspartner töten, die er für die Insolvenz seiner Immobiliengesellschaft verantwortlich machte, berichteten die Justizbehörden in Mailand. Der Unternehmer war mit rund drei Millionen Euro verschuldet. "Ich wollte mich an denjenigen rächen, die mich ruiniert haben", sagte der Unternehmer den Fahndern.

"Wäre er nicht festgenommen worden, hätte er andere Menschen getötet", betonte der italienische Innenminister Angelino Alfano bei einer Pressekonferenz in Mailand. Nach der Festnahme erlitt der Täter einen Schwächeanfall und musste mit einem Rettungswagen ins Spital eingeliefert werden.

Schwere Sicherheitsmängel im Justizpalast
Premier Matteo Renzi klagte über schwere Sicherheitsmängel im Mailänder Justizpalast. Jetzt müsse rasch geklärt werden, warum der Täter bewaffnet in den Gerichtssaal eindringen konnte. Mit den Ermittlungen wurde die Staatsanwaltschaft von Brescia beauftragt. Nicht ausgeschlossen wird, dass der Täter mit einem gefälschten Ausweis den Justizpalast betreten konnte. Er habe sein Vorgehen genau geplant, so die Ermittler.

Die Schüsse fielen, während Innenminister Alfano in Mailand ein Gipfeltreffen zur Planung der Sicherheitsvorkehrungen in Hinblick auf die am 1. Mai beginnende Expo koordinierte. Die Sitzung wurde unterbrochen, um dem Innenminister und dem Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia zu ermöglichen, die Entwicklungen im Justizpalast zu verfolgen. Auch Renzi stand wegen des Vorfalls mit dem Innenminister in Verbindung.

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