24.03.2006 11:25 |

Gewalt im Irak

Radikale töten Bäcker in Bagdad

In einem Bagdader Sunniten-Viertel sind vier Mitarbeiter einer Bäckerei und ein Polizist bei einem Anschlag getötet worden. Auch in anderen Teilen des Iraks regierte neuerlich der Terror. Zwischen Autobomben und Leichenfund schlossen Stammesführer aber indes eine „Ehren-Vereinbarung“ mit der irakischen Armee und lieferten Terroristen aus.

Die Täter hätten die Opfer in der Bäckerei (Foto) in Bagdad erschossen, teilte die Polizei mit. Anschließend haben sie vor dem Gebäude eine Schachtel mit einer darin verborgenen Bombe hinterlassen. Beim Öffnen löste ein Polizist eine Sprengfalle aus, er starb bei der Explosion. Ein anderer Polizist wurde verletzt. Der Vorfall ereignete sich im Sunniten-Viertel Saidiya.

Leichenfund und Autobombe
In dem schiitischen Stadtteil Al-Binuk im Norden Bagdads fand die Polizei unterdessen sieben Leichen auf der Straße. Sie waren an den Händen gefesselt und wiesen Einschusslöcher am Kopf auf. Auch in anderen Teilen des Iraks knallte es wieder: Ein Selbstmordattentäter hat sich am Freitag in der Sunniten-Hochburg Falluja neben einem US-Militärkonvoi in die Luft gesprengt. Ein Polizeisprecher in der westirakischen Stadt sagte, mehrere Soldaten seien durch die Detonation der Autobombe verletzt worden.

Stammesväter helfen Armee bei Terroristen-Jagd
Unterdessen schlossen sunnitische arabische Stammesführer aus dem so genannten „Todesdreieck“ südlich von Bagdad eine „Ehren-Vereinbarung“ mit der irakischen Armee. Darin sichern sie den irakischen Sicherheitskräften Hilfe bei der Fahndung nach „Terroristen“ zu. Die Stammesältesten aus Hilla übergaben den Soldaten direkt acht Verdächtige, die an Angriffen in der Stadt beteiligt gewesen sein sollen.