20.01.2015 15:58 |

EU-Bürokratie

Heimischer Marmeladeproduzent muss Strafe zahlen

Mit voller Härte trifft ein EU-Diktat den bekannten Produzenten Wolfgang Stix: Der Ökopionier muss 186,40 Euro Strafe zahlen. Einziges Vergehen: Er hatte Fruchtiges von der Marille - wie seit jeher - als Marmelade verkauft. Das ist sie tatsächlich, doch Brüssel schreibt die Bezeichnung Konfitüre vor.

"Marillenmarmelade Classic" prangt auf den Etiketten der kleinen Ökomanufaktur Styx von Wolfgang Stix, der im niederösterreichischen Ober-Grafendorf auch als Chocolatier und Naturkosmetikerzeuger werkt.

Behördliches Ungemach eingehandelt
Die Aufschrift hält, was sie verspricht: Denn im Glas findet sich tatsächlich allerfeinste Marillenmarmelade, wie sie auch in der Wachau gut und gern verkauft wird. Damit hat Wolfgang Stix zwar den Geschmack seiner Konsumenten getroffen, sich aber behördliches Ungemach eingehandelt.

Denn Brüssel hat - wie auch im Rahmen des US-Handelsabkommens - so seine Probleme mit regionalen Spezialitäten. Die krause Gedankenwelt der EU-Bürokraten sieht vor, dass Marillenmarmelade eben nicht als solche verkauft werden darf.

Hunderte Gläser brauchen neues Etikett
Absurde Begründung: Als Marmelade gilt zwar Verfeinertes von Zitrusfrüchten, nicht aber jenes von der klassischen Wachauer Frucht. Folglich ist die Pielachtaler Spezialität - amtlich gesehen und ganz nach deutschem Sprachgebrauch - eine Konfitüre.

Der SPAR-Lieferant und TTIP-Gegner Stix musste Hunderte Gläser seiner Marmelade umetikettieren. Er nimmt's jetzt aber schon gelassen: "Hauptsache, meinen Kunden schmeckt's."

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