Mi, 24. Oktober 2018

Terror-Deserteure

20.12.2014 17:10

Bericht: IS tötete hundert ausländische Mitglieder

Der Vormarsch der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat scheint vorerst gestoppt. Nach den jüngsten Meldungen über Rückschläge dürfte es schlecht um die Moral der Islamistentruppe bestellt sein. So sollen die Terroristen hundert an ihrer Seite kämpfende Ausländer hingerichtet haben – die offenbar desertieren wollten.

Die "Financial Times" berief sich bei ihrem Bericht am Samstag auf Angaben eines Aktivisten, der sowohl gegen den IS als auch gegen die syrische Regierung agiere. Dieser habe Berichte über die Hinrichtungen überprüft und könne "100 Tötungen" bestätigen. Die Getöteten hätten den Kämpfen entkommen wollen und versucht, das IS-Hauptquartier im syrischen Rakka zu verlassen, so die Zeitung.

IS-Militärpolizei macht Jagd auf Deserteure
Nach Angaben von IS-Kämpfern hat die Terrororganisation eine eigene Militärpolizei aufgebaut, um gegen ausländische Mitglieder vorzugehen, die desertieren wollen. Dem Zeitungsbericht zufolge wurden bereits Dutzende Häuser durchsucht und zahlreiche Dschihadisten festgenommen. Laut Medienberichten sollen einige IS-Mitglieder desillusioniert sein von der Realität der Kämpfe in Syrien.

"Die Moral sinkt nicht, sie ist am Boden", zitierte die "Financial Times" einen syrischen Oppositionellen. "Die Kämpfer (des IS) sind frustriert, sie haben das Gefühl, dass sie die Hauptlast tragen, und dass sie es sind, die sterben müssen."

Britische Medien hatten bereits im Oktober berichtet, fünf Briten, drei Franzosen, zwei Deutsche und zwei Belgier wollten zurück in ihre Heimat - nachdem sie sich beklagt hatten, dass sie mehr gegen andere Rebellen als gegen die syrische Regierung kämpfen würden. Sie sollen vom IS gefangen gehalten werden. Insgesamt sollen zwischen 30 und 50 Briten in ihre Heimat zurück wollen, fürchten aber laut dem Internationalen Zentrum für Radikalisierungsstudien am Londoner King's College dort eine Gefängnisstrafe.

Zahl der getöteten IS-Kämpfer deutlich angestiegen
Seit Beginn der US-geführten Koalition gegen den IS im August hat die Miliz an Boden verloren. Zudem ist die Zahl der getöteten IS-Kämpfer deutlich angestiegen. Vor allem in den vergangenen Wochen hat die Extremistengruppe offenbar eine Reihe von Rückschlägen erlitten, der genaue Frontverlauf ist aber unklar. Der IS hatte im Juni eine Blitzoffensive gestartet und mit brutalen Mitteln weite Teile des Irak und Syriens erobert.

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