Der Stadtrechnungshof hat am Mittwoch seinen Prüfbericht zum S-Link-Projekt veröffentlicht. Kritik kommt von der Bürgerliste an den hohen Planungskosten. Und auch der Zeitpunkt der Volksbefragung wird zu dem späten Zeitpunkt von der Grünpartei infrage gestellt. Weiter Großprojekte wird es in den nächsten Jahren nicht mehr geben.
Am 10. November 2024 wurde die unterirdische Verlängerung der Lokalbahn durch die Stadt Salzburg bis nach Hallein – der S-Link – bei der Volksbefragung versenkt. 53,3 Prozent stimmten gegen das Projekt. Jetzt fast zwei Jahre später hat der Rechnungshof der Stadt Salzburg seinen Prüfbericht veröffentlicht.
Die gesamten Planungskosten beliefen sich zwischen 2019 und 2024 auf 27,6 Millionen Euro. Nur für die Stadt fielen 7,6 Millionen Euro an. „Das ist viel zu viel, dafür dass wir nichts haben“, sagt Bürgerlisten Klubobfrau Ingeborg Haller. Sie und ihre Fraktion waren immer für die Verlängerung. „Es war ein Zukunftsprojekt, welches zu schnell versenkt wurde. Jetzt ist das Zeitfenster für solche Projekte für lange Zeit geschlossen“, resigniert die Politikerin. Für sie müssen jetzt vor allem Lehren aus dem Projekt gezogen werden. Eine Volksabstimmung nach dem schon viele Millionen in die Planung geflossen sind, dürfte es nicht geben. Die Befragung müsse viel früher stattfinden, um weitere Kosten wie beim S-Link zu verhindern.
Vom S-Link ist ein finanzieller Kater übergeblieben, der dem Steuerzahler viel Geld gekostet hat.
Ingeborg Haller, Klubobfrau der Bürgerliste
Die Bürgerliste selbst hat den Prüfauftrag gegeben. „Wir haben kaum Informationen bekommen, weil wir in keinen Gremien vertreten waren“, so die Klubobfrau. Ob der S-Link aufgrund der Teuerungen und der angespannten finanziellen Lage jemals umgesetzt worden wäre oder erst in zehn Jahren, bleibt natürlich ungewiss.
Was aus dem Bericht hervorgeht, ist, dass die Probebohrungen rund sechs Millionen Euro gekostet haben. Für die Kommunikation wurden 1,7 Millionen Euro ausgegeben. Satte 77 Prozent davon gingen an nur eine einzige Agentur.
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