Vom Bauern zum „Star“

Ein kleines Dorf mit großem kulturellen Erbe

Niederösterreich
04.09.2026 06:00

Der große Komponist Joseph Haydn stammt aus Rohrau in Niederösterreich. Bis heute findet man dort Spuren seiner Vergangenheit...

Rohrau, ein kleiner Ort im Bezirk Bruck an der Leitha, ganz nahe an der österreichischen Grenze zur Slowakei. Heute wirkt der Ort beschaulich, familiär und idyllisch. Vor ungefähr 300 Jahren war Rohrau noch ein Marktort, der einem einflussreichen Grafen gehörte. Bäuerliches Leben und Handwerk prägten den Alltag der Menschen, die damals dort lebten. Aber nicht nur. Auch schöne Musik gehörte dazu. So wurde Joseph Haydn, der sich in die Musikgeschichte neben Mozart und Beethoven einreiht, ebendort geboren.

20. Haydnmarkt dieses Wochenende
„Wir erinnern in Rohrau immer wieder an das besondere kulturelle Erbe, das wir hier haben. Bereits zum 20. Mal findet am Samstag, den 5. September, unser Haydnmarkt statt“, freut sich Bürgermeister Albert Mayer. Beim Marktfest selbst treten jährlich Kulturschaffende aus der Region auf. Auch für Kulinarik und ein Kinderprogramm ist gesorgt.

Blick in die Vergangenheit

Rohrau war im 18. Jahrhundert ein kleiner Marktort im Einflussbereich der Grafen Harrach und in einer Grenzregion, wo unterschiedliche Kulturen aufeinandertrafen. Nicht weit von der heutigen Slowakei, auch mit Nähe zu Ungarn und zu den burgenländischen Kroaten. Dadurch war die Gegend erstaunlich vielfältig, was Sprachen, Bräuche und eben auch Musik betraf. 

Talent wurde früh entdeckt
„Es zeigt, dass Kultur bei uns im Ort einen hohen Stellenwert hat“, so Mayer. An die einst bäuerliche Marktgesellschaft erinnert nach wie vor das Geburtshaus von Joseph Haydn in der Oberen Hauptstraße. „In Rohrau wurde im 18. Jahrhundert viel gesungen und musiziert“, erklärt Michael Linsbauer, Künstlerischer Leiter der Haydnregion Niederösterreich.

Michael Linsbauer ist Künstlerischer Leiter der Haydnregion NÖ. Das Geburtshaus des Komponisten ...
Michael Linsbauer ist Künstlerischer Leiter der Haydnregion NÖ. Das Geburtshaus des Komponisten wurde vor 10 Jahren neu renoviert wiedereröffnet.(Bild: Haydnregion NÖ)

„Haydn hat als kleiner Junge schon sein Talent entdecken können“, weiß Linsbauer. Weil Wien nicht weit vom kleinen Dorf entfernt war, kam Haydn schließlich zu den Sängerknaben im Stephansdom. „Und schließlich wurde er ein weltberühmtes Musikgenie.“ Ein altes Hammerklavier, auf dem der Bub geübt haben dürfte, kann im Geburtshaus heute noch bestaunt werden.

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