30.01.2006 17:12 |

Sieben Dörfer

Quarantäne in Zypern nach H5N1-Nachweis

Nach dem ersten Vogelgrippe-Nachweis im türkischen Nordteil der Mittelmeerinsel Zypern haben die dortigen Behörden die Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche verstärkt. Sieben Dörfer unweit der Hafenstadt Famagusta wurden unter Quarantäne gestellt. Das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 war bei verendeten Hühnern und Puten im Dorf Incirli festgestellt worden.

Das Virus war am Referenzlabor in Weybridge bei London nachgewiesen worden, wie die EU-Kommission in Brüssel am Sonntag bekannt gegeben hatte. Der Ministerpräsident der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Ferdi Sabit Soyer, bezeichnete es als höchstwahrscheinlich, dass der Erreger durch Zugvögel von einem nahe gelegenen See übertragen wurde. Proben aus anderen Teilen Nordzyperns seien negativ ausgefallen.

"Zugvögel kennen keine Grenzen"
Soyer forderte die griechisch-zyprische Regierung zu enger Zusammenarbeit auf. Es reiche nicht aus, die Grenze zwischen dem Norden und dem zur EU gehörenden Südteil der Insel für Tiertransporte zu schließen. Zugvögel würden keine Grenzen kennen.

In der Türkei, wo die Vogelgrippe seit Ende Dezember massiv aufgetreten war, sind vier am H5N1-Virus erkrankte Kinder gestorben. Nach jüngsten Angaben der Behörden werden noch drei Patienten im Krankenhaus behandelt. 14 seien als geheilt entlassen worden. Nachgewiesen wurde die Tierseuche bisher in 28 der 81 türkischen Provinzen.

Erster Vogelgrippe-Toter im Irak
Erstmals wurde auch ein Vogelgrippe-Toter aus dem Irak gemeldet. Die junge Frau aus dem Dorf Rania im Norden des Landes sei mit dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert gewesen, bestätigte das irakische Gesundheitsministerium am Montag. Dies hätten Labortests ergeben. Bisher seien keine Fälle von Vogelgrippe bei Tieren in dieser Region im Nordirak bekannt.