So, 24. Juni 2018

1 Jahr Mursi-Sturz

03.07.2014 20:06

"Tag der Wut" in Ägypten: Protest niedergeschlagen

Mit einem massiven Polizeieinsatz haben die ägyptischen Sicherheitskräfte am Jahrestag des Sturzes von Präsident Mohammed Mursi Proteste der Muslimbrüder niedergeschlagen. Es gab mindestens einen Toten, mehr als 200 Menschen wurden festgenommen.

Nach Angaben von Sicherheitskräften ging die Polizei am Donnerstag in Kairo gegen mehrere Protestmärsche vor und trieb Demonstranten mit Tränengas und Schüssen auseinander. Ein Mann starb in der Nähe der Pyramiden am Stadtrand von Kairo durch Schüsse, wie das staatliche Nachrichtenportal "Al-Ahram Online" am Donnerstag berichtete. Es sei unklar, wer die Schüsse abgegeben habe.

Zum "Tag der Wut" aufgerufen
Das von der islamistischen Muslimbruderschaft angeführte Anti-Putsch-Bündnis hatte für Donnerstag zu einem "Tag der Wut" aufgerufen, um gegen Mursis Absetzung durch die Armee vor einem Jahr zu protestieren. Seit dem frühen Morgen waren viele große Plätze in der ägyptischen Hauptstadt abgesperrt. Sicherheitskräfte patrouillierten in Stadtvierteln, in denen mit Protesten gerechnet wurde.

Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, feuerten Polizisten in Kampfanzügen im Stadtteil Ain Shams Tränengasgranaten und scharfe Munition, als einige Dutzend Demonstranten auf einer Straße Reifen anzündeten. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden weitere Demonstrationen in Kairo aufgelöst. Insgesamt wurden am Donnerstag laut Innenministerium mehr als 200 Menschen festgenommen.

Anti-Putsch-Bündnis vereint Mursi Anhänger
In dem Anti-Putsch-Bündnis sind Mursis Anhänger vereint. Der am 3. Juli 2013 vom Militär gestürzte Mursi entstammte der Muslimbruderschaft. In der Folge der Machtergreifung durch das Militär gingen die ägyptischen Sicherheitskräfte hart gegen Mursis Anhänger vor. Mehr als 1.400 Menschen wurden getötet, etwa 15.000 weitere wurden festgenommen, darunter nahezu die gesamte Führung der Muslimbruderschaft.

Der für den Sturz Mursis verantwortliche damalige Armeechef Abdel Fatah al-Sisi wurde Anfang Juni zum Präsidenten gewählt. Seine Anhänger sehen in ihm eine starke Führungsfigur und trauen ihm zu, das nordafrikanische Land zu stabilisieren. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak im Februar 2011 infolge von Massenprotesten kommt Ägypten nicht zur Ruhe.

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