Am Untersberg

Bergrettungschef: „Viele Einsätze in kurzer Zeit“

Salzburg
14.04.2026 10:00

Halbschuh-Touristen und Halbstarke in Bergnot: Sieben Mal in knapp drei Wochen musste die Bergrettung Grödig am Untersberg ausrücken. Die ehrenamtlichen Helfer brachten dabei sowohl unerfahrene Burschen als auch Urlauber aus Mexiko am teils tief winterlichen Berg in Sicherheit.

Verlockend für Wanderer und Touristen thront der Untersberg mächtig vor den Toren Salzburgs. Gerade zu dieser Jahreszeit sollte ganz genau überlegt werden, ob man sich an den 1973 Meter hohen Berg heranwagt. „Unten im Tal sind die Wiesen grün, die Leute radeln schon überallhin. Am Berg liegt aber noch Schnee, viele Wege sind nicht begehbar“, sagt Alexander Schweiger, Ortsstellenleiter der Bergrettung Grödig. Schweiger muss es wissen. Er ist mit seinen Kollegen in den vergangenen drei Wochen siebenmal ausgerückt, um Halbschuh-Wanderer und Halbstarke vom Untersberg zu bergen.

„Es waren wirklich viele Einsätze in kurzer Zeit“, so der Flachgauer Bergretter. Begonnen hat alles am Sonntag, dem 22. März. Ein kurzer Schwindelanfall am Berg, der letztlich glimpflich ausging. Tags darauf stürzte ein Mexikaner mehrere hundert Meter in die Tiefe. Der 25-Jährige war vom Dopplersteig abgekommen und wohl ausgerutscht. Er wurde mit mehreren Knochenbrüchen ins Uniklinikum eingeliefert.

Noch immer Sperre auf Doppler- und Reitsteig
Neben einer Chinesin, die am Reitsteig im Schnee stecken geblieben war, mussten zuletzt ein Brite (18) und ein Australier (19) mit kurzen Hosen und ohne weitere Ausrüstung vom tief winterlichen Dopplersteig gerettet werden. „Auf beiden Steigen gilt noch die Wintersperre. Es ist sogar zweisprachig angeschrieben“, warnt Schweiger vor ungeplanten Touren.

Ein Brite und ein Australier waren in kurzen Hosen unterwegs.
Ein Brite und ein Australier waren in kurzen Hosen unterwegs.(Bild: Bergrettung Grödig)

Einige der geretteten Wanderer reagierten in Bergnot zudem falsch. So hat erst am Sonntag ein Deutscher (42) im Schnee sitzend auf die Retter gewartet. Der Mann musste stark unterkühlt per Heli vom Untersberg geflogen werden. Drei 16-jährige Einheimische gingen am Sonntag im weglosen Gelände einfach Richtung Kienbergkopf drauflos. Anstatt spät am Abend umzudrehen, stiegen sie weiter auf. Auch hier rückten Schweiger und seine Kollegen aus.

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