16.06.2014 06:38 |

Sieg bei Stichwahl

Santos bleibt Präsident in Kolumbien

Juan Manuel Santos bleibt kolumbianischer Staatschef. Der 62-jährige Zentrumspolitiker setzte sich am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen seinen rechten Rivalen Oscar Ivan Zuluaga durch. "Gestern gewann die Nationalelf, heute gewinnt der Frieden", hatte sich Santos bereits nach seiner Stimmabgabe auf Twitter siegessicher gegeben - in Anspielung auf den 3:0-Sieg Kolumbiens bei der Fußball-WM gegen Griechenland.

Nach Auszählung von 99 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt der Mitte-Rechts-Politiker Santos 50,9 Prozent, sein Kontrahent Zuluaga kam auf 45,1 Prozent, wie die Wahlkommission auf Basis vorläufiger Ergebnisse bekannt gab. Etwa vier Prozent der abgegebenen Stimmen waren den Angaben zufolge ungültig. Die weitere Amtsperiode von Santos dauert von 2014 bis 2018.

Santos punktet als Friedensverhandler mit Guerilla
In der ersten Wahlrunde am 25. Mai war Zuluaga noch mit einem Vorsprung von 3,5 Prozentpunkten vor Santos gelegen. Der Präsident hatte sich als Garant eines Erfolgs bei den seit November 2012 laufenden Friedensgesprächen mit der FARC-Guerilla zur Wiederwahl gestellt. Der rechtskonservative Zuluaga ist ein Kritiker der Friedensgespräche mit den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens.

Eine Woche vor der Stichwahl hatte Santos dann Fortschritte bei den seit November 2012 in Havanna laufenden Verhandlungen mit der FARC verkündet. Vergangenen Dienstag kündigte er zudem die Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der ELN (Nationale Befreiungsarmee) an, der zweitgrößten, ebenfalls linksgerichteten Rebellenorganisation in Kolumbien.

Zuluaga war mit harter Kritik an der "Nachgiebigkeit" des Präsidenten gegenüber der Guerilla in die Stichwahl gegangen - jedoch ohne dafür vom Wahlvolk belohnt zu werden, wie das Ergebnis der Stichwahl deutlich macht.

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